Netflix: Jesus-Satire in Brasilien vorläufig verboten

Netflix muss den Film in Brasilien nun löschen

Das nun erlassene vorläufige Verbreitungsverbot betrifft auch das brasilianische Unternehmen Porta dos Fundos, das den Film mit dem Titel "Die Erste Versuchung Christi" produziert hatte. Politiker und Geistliche kritisierten den Film als Angriff auf den christlichen Glauben.

Der 46 Minuten lange Film hatte bereits seit seiner Veröffentlichung Anfang Dezember für Kontroversen gesorgt. Der texanische Bischof von Tyler, Joseph Strickland, hatte auf Twitter Kritik geäußert: "Habe gerade Netflix abbestellt".

Die Proteste gegen den Film gingen offenbar so weit, dass an Weihnachten der Firmensitz der Produktionsgesellschaft Porta dos Fundos mit Molotowcocktails beworfen wurde, wie die "Bild" berichtet. Am 24. Dezember wurde zudem ein Brandanschlag auf die Produktionsfirma in Rio de Janeiro verübt. Damit gab es dem Antrag einer christlichen Gruppe auf eine einstweilige Verfügung statt. Aus "gesundem Menschenverstand heraus" sei es besser, den Film bis zu einem endgültigen Urteil abzusetzen, so der Richter. Das solle unter empörten Katholiken und in der übrigen Gesellschaft "die Gemüter beruhigen". Die Polizei vermutet dahinter eine rechtsextreme Gruppe, die sich in der Tradition nationalsozialistischer Bewegungen aus Brasiliens 30er-Jahren sieht.

Die Entscheidung des Richters wird in Brasilien auch kritisiert: "Die brasilianische Verfassung garantiert die freie künstlerische Entfaltung", sagt Felipe Santa Cruz, Vorsitzender der brasilianischen Anwaltskammer, dem Nachrichtenportal G1. Demnach habe sich ein Tatverdächtiger nach Russland abgesetzt und werde nun per internationalem Haftbefehl gesucht. Die Entscheidung des Gerichts in Rio de Janeiro könnte von höheren Instanzen wieder kassiert werden.

Netflix äußerte sich bislang nicht zu dem Urteil. Übrigens lässt sich in Deutschland auch der Monty-Python-Klassiker "Das Leben des Brian" bei Netflix streamen.

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