Vergiftete Pausenbrote: 26-Jähriger starb mehrere Jahre nach Tat

Ein Pulver mit Blei, Quecksilber, und Cadmiumverbindungen war auf die Brote gestreut wurden

Nachdem ein Mann mehrere Kollegen vergiftet hatte, indem er ihnen toxisches Pulver aufs Pausenbrot gestreut hatte, ist nun eines der Opfer gestorben - nach Jahren im Wachkoma. Seinen Tod bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld gegenüber der dpa. Zuvor hatte die "Neue Westfälische" berichtet.

Im März 2019 verurteilte das Landgericht in Bielefeld den damals 57-Jährigen zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Zwei seiner Opfer wurden nierenkrank, ein weiteres erlitt irreparable Hirnschäden und lag im Wachkoma. Unter den Substanzen sollen Blei-, Quecksilber und Cadmiumverbindungen in Pulverform gewesen sein. Im Prozess erzählten die Eltern des nun verstorbenen von seinem langen Leidensweg.

Tatsächlich ist das Urteil gegen den heute 58-jährigen O. noch nicht rechtskräftig.

Im November hatte der Prozess gegen den Mann am Landgericht Bielefeld begonnen: Die Anklage lautete auf versuchten Mord in mehreren Fällen. Dann könnte sich der Schuldspruch ändern. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte seine Kollegen beim körperlichen Verfall habe beobachten wollen.

Generell aber gilt, dass sich nach einer erfolgreichen Revision durch den Angeklagten das Strafmaß nicht erhöhen darf.

Der Verurteilte ist ein 57 Jahre alter Mann, der bei einem Unternehmen im Ort Schloß Holte-Stukenbrock nahe Bielefeld als Anlagenbauer beschäftigt war. Die Verteidiger von Klaus O. hatten auf eine Freiheitsstrafe plädiert, die höchstens neun Jahre dauern sollte. Er wurde stutzig, machte Fotos und schaltete die Firmenleitung ein. Das Unternehmen ließ daraufhin eine Videoüberwachung im Pausenraum installieren. Die Aufnahmen, die auch in dem Prozess als Beweis gezeigt und verwendet wurden, zeigten den Verurteilten dabei, wie er das Pulver in unbeobachteten Momenten auf Pausenbroten von Kollegen verteilte. Georg Zimmermann, der Vorsitzende Richter, zeigte sich zum Prozessende ratlos, was das Motiv anging: "Wir wissen nichts".

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