Große Lücken: Telefónica hinkt bei 4G-Versorgung deutlich hinterher

Ausbau der Telekom an der A2

Bonn - Ob beim Pendeln im Zug oder in kleineren Dörfern auf dem Land: Vielerorts in Deutschland können Handynutzer nur davon träumen, stabil im Internet zu surfen.

Die Bundesnetzagentur hat in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen Auflagen gemacht, dass die Mobilfunknetzbetreiber ab dem 1. Januar 2020 98% der Haushalte bundesweit und 97% der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen haben. Für Vodafone und die Deutsche Telekom lässt sich das weitgehend bejahen, doch der dritte deutsche Netzbetreiber, Telefónica, hinkt hinterher.

Die drei großen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica mussten der zuständigen Behörde zu Jahresbeginn melden, wie viel Prozent der deutschen Haushalte sie mit schnellem LTE versorgen können. Bundesweit melden die Telekom und Vodafone eine Abdeckung von jeweils mehr als 98 Prozent. "Das Unternehmen geht allerdings davon aus, dass es die Auflagen bis zum Ende dieses Jahres erfüllen wird", so der Regulierer. Bei dieser "Operation am offenen Herzen" habe man sich zunächst darauf konzentriert, die Netzqualität der Kunden zu steigern, und hätte den LTE-Ausbau parallel stemmen müssen, sagte eine Sprecherin. Damit sollte verhindert werden, dass gut abgedeckte Stadtstaaten gegen weniger dicht besiedelte Bundesländer mit großen Funklöchern aufgerechnet werden.

An dieser Vorgabe haperte es besonders - weil etwa Baugenehmigungen fehlten oder Umweltschutzbedenken den Bau verhinderten, wie die Unternehmen erklärten.

Nach eigenen Angaben haben die Unternehmen Telekom und Vodafone die Auflage zur Versorgung der Haushalte grundsätzlich erfüllt.

Die Bundesnetzagentur überprüft die Angaben der Mobilfunknetzbetreiber und wird in jedem Bundesland eigene Messungen durchführen.

Während das 5G-Netz mancherorts bereits in den Startlöchern steht, beschäftigt die großen Netzbetreiber auch noch der Ausbau des 4G-Mobilfunknetzes. Sanktionen - wie etwa Bußgelder - seien nicht ausgeschlossen, so Homann: "Die Bundesnetzagentur wird sie dann einsetzen, wenn sie dem Ziel einer Verbesserung der Versorgung dienen". Vor allem bei Telefonica gibt es noch große Lücken, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht. Auch Unionsfraktionsvize Ulrich Lange forderte die Behörde auf, jetzt "konsequent und zügig" zu handeln. Die Unternehmen hätten lange genug Zeit für den Ausbau gehabt.

Telefónica hat in diesem Zusammenhang betont, das unternehmensspezifische Besonderheiten vorgelegen haben, die zu Verzögerungen beim Netzausbau geführt hätten.

Für die Betreiber heißt es ohnehin: Nach der Frist ist vor der Frist.

Bei der Versorgung von Deutschlands Hauptverkehrswegen, also Bundesautobahnen und Zugstrecken, an denen 100 Prozent Versorgung gefordert waren, hat zum Jahreswechsel keins der drei Unternehmen das ausgegebene Versorgungsziel erreicht.

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