Betriebsrat: Mindestens 10 000 Arbeitsplätze bei Real in Gefahr

Zukunft unsicher Bei der zum Verkauf stehenden Warenhauskette Real arbeiten derzeit 34.000 Menschen

"Ich glaube, dass die Politik die Situation des Verkaufs von Real komplett unterschätzt". Er rechnet nicht mit so hohen Jobverlusten durch die geplante Zerschlagung der Supermarkttochter. Die Zeche dafür müssten jetzt die Mitarbeiter zahlen. EPGC steht für EP Global Commerce, und das Kürzel EP ist eine Reminiszenz an eine der ersten Unternehmensgründungen, an denen Daniel Křetínský beteiligt war, der "Energetický a průmyslový holding a.s. (EPH)", was schlicht für Energie und Industrie steht.

Eine Metro-Sprecherin wies auf WAZ-Anfrage den Eindruck zurück, mit dem Real-Verkauf drohe ein Kahlschlag.

Die Spekulationen über den Umfang möglicher Marktschließungen und den Wegfall von Arbeitsplätzen bei Real gehen kurz vor der für Ende Januar angepeilten Unterschrift unter den Verkaufsvertrag der angeschlagenen Supermarktkette weiter. In einem dramatisch klingenden Interview mit der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" malt "Real"-Gesamtbetriebsrat Werner Klockhaus die bevorstehende Übernahme in den denkbar dunkelsten Farben und Worten: "Es wird ein Drama". Metro plant, bis Ende Januar alle 277 Real-Märkte in Deutschland an ein Konsortium rund um den Immobilieninvestor X+Bricks zu verkaufen. Die künftigen Eigentümer wollen aber nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler weiterverkauft werden. "Wenn man pro Markt 120 Mitarbeiter zählt, wären das schon 6000 Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz verlieren". Damit werde das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung auch über den Verkaufstag hinaus gerecht. Details zu der Vereinbarung nannte Koch aber nicht.

Die Aktie der Düsseldorfer Metro AG ist am Mittwoch leicht ins Minus gerutscht, nachdem der Handelskonzern seine vorläufigen Umsätze im wichtigen Weihnachtsquartal bekannt gegeben hatte. "Wir setzen uns dafür ein, dass mit den Märkten auch die Mitarbeiter von den übernehmenden Unternehmen weiterbeschäftigt werden", sagte sie. In Deutschland, das gut ein Sechstel der Gesamterlöse liefert, hat sich der Umsatzschwund auf vergleichbarer Fläche auf 0,4 Prozent verdoppelt.

"Einmal hin, alles drin"- Wird dieser Werbespruch bald Geschichte sein? Auch Asien zeige ein kontinuierliches Wachstum. Koch betonte lediglich, dass der Verkauf des Tochterunternehmens, ebenso wie der des Chinageschäfts "plangemäß" voranschreite.

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