Microsoft startet große Klima-Initiative | Unternehmen

CO2-neutral ist Microsoft seit 2012- jetzt will das Unternehmen CO2-negativ werden

"2030 wird Microsoft CO2-negativ sein und bis 2050 den gesamten Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch seinen Stromverbrauch emittiert hat". Der Softwaregigant Microsoft will diesen Trend nun umkehren und dabei sogar Verantwortung für CO2-Emissionen der Vergangenheit übernehmen. Vorstandsvorsitzender Satya Nadella kündigte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in der Zentrale in der Nähe von Seattle an, bis 2030 wolle der Softwarekonzern "CO2-negativ" werden. Die Formel 1 etwa will bis 2030 CO2-neutral werden - und damit von ihrem Ruf als Klimasünder loskommen. Der Konkurrent Amazon beispielsweise arbeitet gerade einmal darauf hin, bis 2040 CO2-neutral zu sein. "Die Welt ist mit einer akuten Kohlenstoff-Krise konfrontiert". Wenn die Emissionen nicht reduziert würden und die Temperaturen weiter anstiegen, werde dies nach Einschätzung der Wissenschaft "verheerende" Folgen haben. Weil es dazu noch kein Verfahren gibt, startet Microsoft einen Fonds mit 900 Mio Euro, der die nötige Technologie fördern soll.

Erreicht werden sollen diese Ziele durch ein Portfolio von Maßnahmen, zu denen Aufforstungsprojekte zählen, Maßnahmen zur Bindung von Kohlenstoff im Boden, Bioenergie in Verbindung mit CO2-Abscheidung und -Speicherung, sowie direkte CO2-Rückgewinnung aus der Luft. Zwar hat auch der IPCC-Bericht von 2018 den Bedarf für die CO2-Entfernung aus der Atmosphäre eindeutig dargelegt - aber bislang sind die Mengen, die etwa Carbon Engineering oder Climeworks tatsächlich aus der Luft zurückholen eher klein. Auch Schweizer Firmen erforschen solche Technologien, die aber noch sehr teuer sind. Unklar ist zudem, wie das CO2 im Boden gelagert werden kann. "Es ist erst einmal ein grosses Versprechen". "Wir hoffen, dass wir auf diese Weise sowohl Regierungen als auch andere Unternehmen dazu inspirieren, bei uns zu investieren".

Bis 2025 will Microsoft bei der Versorgung seiner Rechenzentren, Gebäude und Liegenschaften komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Davon entfällt ein großer Teil auf indirekte Emissionen, also zum Beispiel den Stromverbrauch beim Betrieb von Rechenzentren oder bei der Nutzung der Videospielekonsole Xbox. Studien zufolge setzen Clouddienste, dazu gehören auch Streamingdienste wie Netflix, inzwischen mehr CO2 frei als die Luftfahrt.

Die großen US-Technikkonzerne überbieten sich gegenseitig in ihren Klimaschutz-Ambitionen.

Weitere Informationen über das ehrgeizige Ziel und den detaillierten Plan des Unternehmens, seinen CO2-Fußabdruck zu eliminieren, finden Sie auf dem offiziellen Microsoft-Blog: https://blogs.microsoft.com/?p=52558785. Microsoft-Manager Brad Smith könnte sich vorstellen, dass dies künftig auch gegenüber den Verbrauchern angegeben wird und damit deren Kaufentscheidungen mitbeeinflusst.

"Der Beginn eines neuen Jahrzehnts ist der richtige Zeitpunkt, sich von alten Mustern zu verabschieden und mit mutigen Zielen vorwärts zu gehen", der betont, dass nur dann alle vom technologischen Fortschritt profitieren können, wenn er nachhaltig ist, die Probleme der Welt löst und nicht wieder neue schafft.

"Den Planeten zu erhalten, ist der ultimative Moonshot", sagte Smith in begrifflicher Anlehnung an den bei US-Technologiekonzernen immer wieder verwendeten Vergleich innovativer Grossprojekte mit der Mondladung.

Auch wenn sich Microsoft die Zahlen ein wenig schönrechnet und bei seiner Investment-Motivation nicht zu 100 Prozent ehrlich ist, kann man das Unternehme für diesen Schritt durchaus loben.

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