Mutmaßliche IS-Anhängerin nach Abschiebung in Haft

Polizei am Flughafen

In Deutschland ist eine weitere aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Anhängerin der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS)* festgenommen worden.

Seit Wochen schiebt die Türkei Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab.

Der inzwischen 29-jährigen Beschuldigten liegt im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last: Lisa R. reiste am 9. September 2014 nach intensiver gemeinsamer Vorbereitung zusammen mit ihrem nach islamischem Recht verheirateten Ehemann und zwei seiner Schwestern von ihrem letzten Aufenthaltsort in Idar-Oberstein aus über die Türkei in das zu diesem Zeitpunkt von dem IS in Syrien kontrollierte Gebiet ein, um sich dort als Mitglied der terroristischen Vereinigung anzuschließen. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Dort liege gegen sie ein Haftbefehl wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Die Frau wurde am Samstag einem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Koblenz vorgeführt. Er habe den Haftbefehl aufrechterhalten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Ihre drei Kinder - ein fünfjähriger Junge und zwei Mädchen im Alter von zwei Jahren - wurden vom Jugendamt in Obhut genommen.

Zudem habe die Frau von Syrien aus über soziale Medien und Messenger-Dienste die Ideologie des IS nach außen propagiert und dabei die Tötung Andersdenkender durch den IS gerechtfertigt.

► Anfang 2019 nahmen kurdische Kämpfer die Terrorverdächtige fest und inhaftierten sie im Camp "Ayin Issa", ehe türkische Kräfte sie im Rahmen der Nordsyrien-Offensive aufgriffen.

Das Innenministerium der Türkei hatte am Freitagabend über die Abschiebung von vier "Terroristenkämpfern" mit deutscher Staatsbürgerschaft getwittert. Nähere Auskünfte zu konkreten Vorwürfen oder Zielort gab das Ministerium wie üblich nicht.

Am Freitag wurde sie zusammen ihren Kindern nach Deutschland abgeschoben. Die türkischen Angaben sind generell mit Vorsicht zu betrachten: Es fließen unter anderem in die Zahlen zu angeblichen "Terroristenkämpfern" auch immer wieder die mitreisenden Kinder ein. Laut offiziellen Angaben wurden 287 ISIS-Anhänger festgenommen, darunter auch Frauen und Kinder.

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