Guardian-Bericht: - Saudischer Kronprinz hackte Jeff Bezos per Whatsapp-Nachricht

Daraufhin sollen innerhalb weniger Stunden Gigabyte an Daten von Bezos Handy abgesaugt worden sein, berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf mehrere Quellen.

Im Januar 2019 sorgte eine Schmutzkampagne gegen Amazon-Gründer Jeff Bezos für Aufsehen.

Von Jeff Bezos beauftragte Forensiker sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das Smartphone des Amazon-Chefs über eine WhatsApp-Nachricht des saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman höchstpersönlich gehackt worden ist. Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, sei das Smartphone des Amazon-Gründers im Jahr 2018 gekapert worden. Öffentlich geworden waren erste Details im Rahmen einer Auseinandersetzung zwischen Bezos und der US-Zeitung National Enquirer. Diese seien absurd. Darüber hinaus forderte man eine Untersuchung, um Klarheit in die Sache zu bringen. Im Verdacht stand zunächst der Bruder seiner neuen Partnerin, doch dies Anschuldigung sollte sich als unwahr herausstellen. Bin Salman unterhalte eine "enge Beziehung" mit David Pecker, dem CEO des Medienunternehmens, dem unter anderem der "National Enquirer" gehört.

Die Nachricht an Bezos sei von einer Nummer verschickt worden, die der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verwende, hieß es weiter. Bezos leitete private Ermittlungen ein, um zu erfahren, wie der "National Enquirer" an die sensiblen Daten gelangt war.

Was der "Guardian" aufdeckt, ist auch insofern brisant, als es ein neues Licht auf die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi wirft. Saudi-Arabien hatte auch stets bestritten, dass es das Telefon von Bezos im Visier hatte. Er gehört außerdem zu den Unterstützern von US-Präsident Donald Trump. In der Folge wurde Bezos' Ehe geschieden und aufgrund unklarer Fragen über die Gütertrennung stand die Amazon-Aktie zeitweise ordentlich unter Druck. Dieser lebte die letzten Jahre nämlich in den USA und schrieb für die "Washington Post", welche seit 2013 im Besitz von Bezos ist. Khashoggi wurde im Oktober 2018 brutal ermordet, als er die saudische Botschaft in der Türkei aufsuchte. Der Kronprinz gilt als möglicher Auftraggeber für den Mord. Die "Washington Post" setzte nach dem Tod von Khashoggi ein Team ein, um Details über die Ermordung herauszufinden. Im Dezember verurteilte ein saudi-arabisches Gericht acht Personen wegen Beteiligung an dem Mord nach einem geheimen Prozess, der von Menschenrechtsexperten kritisiert worden war. Bezos zeigte sich zudem öffentlich mit Khashoggis Frau Hatice Cengiz.

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