Coronavirus erreicht Europa: Zwei Fälle in Frankreich bestätigt

Mitarbeiterinnen verkaufen in einer Apotheke Atemschutzmasken

Die Regierung werde alles unternehmen, sagte die Buzyn, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen.

Den chinesischen Behörden zufolge liegt die Zahl nachgewiesener Infektionen im Land derzeit bei rund 900. Peking entsendete derweil 450 beim Militär arbeitende Mediziner und Sanitäter in das Zentrum des Virenausbruchs nach Wuhan.

Es sind die ersten bekannten Fälle in Europa: In Frankreich sind zwei Fälle der neuen Lungenkrankheit bestätigt worden. Einer der beiden Patienten wird der Ministerin zufolge in einem Krankenhaus in Bordeaux behandelt, der andere in Paris. Wenig später wurde bekannt, dass ein naher Verwandter einer der beiden Patienten auch mit dem Virus infiziert sei. Alle Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten, hieß es.

Einer der Betroffenen, ein 48 Jahre alter Mann, sei durch Wuhan gekommen, dem Epizentrum des Virus in China.

Bisher wird angenommen, dass das Corona-Virus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. Die meisten Fälle beträfen nach wie vor die Millionen-Metropole Wuhan, das Virus habe sich nicht sehr stark ausgebreitet, sagte Schmidt-Chanasit. "Es lassen sich infizierte Krankenhausmitarbeiter in fast allen größeren Krankenhäusern in Wuhan finden", sagte ein Arzt der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post". Zudem sind den Behörden zufolge nun knapp 1300 Menschen mit dem Virus infiziert. Internationale Wissenschaftler gehen von mehreren tausend Infizierten in der Volksrepublik aus. Er sei seit seiner Ankunft in Frankreich mit rund zehn Personen in Kontakt gewesen. Erkrankte zeigen vorrangig Infekte der Atemwege.

Rückblickend betrachtet hätten gegen den mysteriösen Coronavirus in Wuhan bereits früher Maßnahmen getroffen werden können: Schon Anfang Januar hatten einige Bewohner Wuhans online über die Ausbreitung einer Lungenseuche geklagt.

Zudem wurden die Menschen aufgefordert, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen.

In den chinesischen Städten Xianning, Xiaogan, Enshi und Zhijiang wurde am Freitag der öffentliche Verkehr ausgesetzt.

In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das Virus zum ersten Mal aufgetreten. Menschen deckten sich mit Atemschutzmasken ein, die sie von Angestellten in Ganzkörperschutzanzügen entgegennahmen.

Wie in Wuhan wurden auch in Peking Großveranstaltungen anlässlich des chinesischen Neujahrsfests am Samstag abgesagt. Auch die Ming-Gräber und die Yinshan-Pagode blieben ab Samstag vorsichtshalber geschlossen, erklärte die für die Verwaltung dieser historischen Stätten zuständige Behörde am Freitag.

Die Schutzvorkehrungen treffen unter anderem Teile der Chinesischen Mauer. Zuvor war bereits die vorübergehende Schließung der Verbotenen Stadt und anderer Sehenswürdigkeiten in Peking verkündet worden. Auch aus anderen Ländern wurden einzelne Fälle gemeldet, darunter Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam und die USA.

In Europa wurden am Freitag zwei Fälle der Lungenkrankheit bestätigt. In den USA wurden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörden bislang zwei Menschen mit dem neuartigen Virus diagnostiziert. In Großbritannien wurde zusätzliches medizinisches Personal am Londoner Flughafen Heathrow eingesetzt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sah auch am Donnerstagabend keinen Grund, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auszurufen. Dazu sei es noch zu früh, teilte die Organisation mit.

Lange Übertragungsketten von einem zum nächsten wie bei Sars gebe es bei dem neuen Virus bislang nicht oder höchstens ganz vereinzelt.

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