Ex-SPD-Chef: Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Sigmar Gabriel auf Bundespressekonferenz in Berlin 2019

Der ehemalige SPD-Chef und Ex-Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (60) soll Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden. Bei der nächsten Hauptversammlung im Mai werde er sich zur Wahl stellen, teilte die Deutsche Bank am Freitag mit.

Zeltner hatte sein Mandat Ende des vergangenen Jahres niedergelegt. "Dazu möchte ich einen Beitrag leisten", sagt Gabriel.

"Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können", ließ Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner mitteilen. Wenn die Bank sich auf die Kapitalseite des Aufsichtsrats jemanden holt, der das Management gelegentlich vor seiner eigenen Gier schützt - warum nicht?

Wie die Süddeutsche Zeitung "dem Vernehmen nach" berichtet, hat ausgerechnet die Herrscherfamilie Al-Thani des Scheichtums Katar, die 8 Prozent an der Deutschen Bank hält, Gabriel "aus einer Liste von Kandidaten ausgewählt, welche die Deutsche Bank dem Großaktionär vorgelegt hat".

Insgesamt neun Jahre lang gehörte er dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel an, zunächst als Umweltminister, dann als Wirtschafts- und zuletzt als Außenminister. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Vizekanzler, die SPD führte der gebürtige Niedersachse in den Jahren 2009 bis 2017. Für den Aufsichtsratschef beträgt sie 200.000 Euro, für seinen Stellvertreter 150.000 Euro.

In die Politik fand Gabriel 1976 als Schüler über die sozialistische Jugendorganisation "Die Falken" und später als Student (Germanistik, Politik, Soziologie für das Lehramt in Gymnasien) im Kreistag und Stadtrat seiner Heimatstadt Goslar, wo er bis heute wohnt. Anfang November vergangenen Jahres legte er sein Bundestagsmandat nieder. Es sei doch schön, dass Gabriel die Tradition der SPD-Vorsitzenden beibehalte "in die Aufsichtsräte von unseriösen Unternehmen zu wechseln", schreibt etwa ein Nutzer und spielt damit auf den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder an, der nach seiner Polit-Karriere als Aufsichtsratschef bei dem russischen Ölkonzern Rosneft landete. Gabriel hatte sich "nach reiflicher Überlegung und aufgrund anderer Aufgaben" aber entschieden, dass er nicht für diese Aufgabe zur Verfügung stehe.

Wechsel früherer Spitzenpolitiker in die Wirtschaft sorgen regelmäßig für Kritik. Philipp Rösler, früherer FDP-Chef, Ex-Vizekanzler und einstiger Bundeswirtschafts- und Bundesgesundheitsminister sitzt in mehreren Aufsichtsräten - etwa beim Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers und dem finnischen Energieversorger Fortum.

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