Hat Saudi-Prinz das Handy von Bezos gehackt?

Jeff Bezos und Lauren Sanchez posieren in Indien vor dem Taj Mahal

Zeitgleich wird Bezos in sozialen Medien in Saudi-Arabien als angeblicher Gegner des Königreichs an den Pranger gestellt.

Für die "Washington Post" hatte der ermordete saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi als Kolumnist gearbeitet.

Falls der saudische Kronprinz wirklich das Handy von Bezos gehackt haben sollte, könnte ein möglicher Zusammenhang zu den intimen Nachrichten und Fotos untersucht werden.

Die UN-Experten werteten eine digitale forensische Analyse von Bezos' iPhone von 2019 aus, die ihnen als UN-Sonderberichterstatter zugänglich gemacht worden sei. Um Daten von Bezos Smartphone abzugreifen, hatte der Täter wohl ein zusätzlich verschlüsseltes und mit Malware infiziertes Video über WhatsApp verschickt. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf anonyme Quellen. Beide Männer hätten zuvor einen freundlichen Austausch über den Messengerdienst gepflegt. Das Boulevardmagazin steht US-Präsident Donald Trump nahe, der Bezos wiederholt öffentlich attackiert hatte. Der saudische Thronfolger warb im Rahmen der Initiative "Kingdom Vision 2030" (Visionen des Königreichs 2030) für den Golfstaat als Business-Standort. Er soll nach einem brutalen Verhör zerstückelt worden sein. Drei andere Personen seien zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, meldete der Sender Al-Echbarija.

Dies sei zu einer Zeit geschehen, in der Saudi-Arabien mutmaßlich zur Tötung des Journalisten ermittelte und jene strafrechtlich verfolgte, die das Land für verantwortlich hielt. Die "Washington Post" setzte nach dem Tod von Khashoggi ein Team ein, um Details über die Ermordung herauszufinden.

Es ist ein scheinbar harmloses Video, das Amazon-Chef Jeff Bezos am 1. Mai 2018 erhält. Seit dem Mord galt das Verhältnis zwischen dem Miliardär und Riad als angespannt.

Der Vorwurf des reichsten Manns der Welt gegen Saudi-Arabien ist nicht neu, aber inzwischen wurde er laut dem Zeitungsbericht "mit mittlerer bis hoher Sicherheit" bestätigt.

Der Vorfall ist aus mehreren Gründen pikant: Einerseits hatte die US-Boulevardzeitung "National Enquirer" Anfang des vergangenen Jahres intime Details über das Privatleben des Multimilliardärs Bezos veröffentlicht.

Wenige Monate später, am 9. Januar 2019, gibt Bezos via Twitter die Trennung von seiner Frau bekannt, mit der er 25 Jahre verheiratet gewesen war. Die Filmemacher analysieren den Aufstieg des Kronprinzen, seine Zukunftsvisionen für Saudi-Arabien, seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten - und seinen Umgang mit Kritikern. "Der Gedanke, dass der Kronprinz Jeff Bezos' Telefon hacken würde, ist absolut lächerlich", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Doch Experten der Uno fordern eine genaue Untersuchung des Falles. In der Folge wurde Bezos' Ehe geschieden und aufgrund unklarer Fragen über die Gütertrennung stand die Amazon-Aktie zeitweise ordentlich unter Druck.

Für die Dokumentation hat der Filmemacher Martin Smith mit Mohammed bin Salman gesprochen - zum ersten Mal ging dieser auf seine eigene Rolle und Verantwortung bei dem Mord an Khashoggi ein.

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