Coronavirus: WHO erklärt internationale Notlage

Coronavirus Zwei neue Infizierte in Bayern. Kreisklinik Trostberg

Durch das "Schwere Akute Atemwegssyndrom" (Sars) 2002/2003 starben 774 Menschen. Somit handelte es sich um die erste bekannte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus 2019-nCoV außerhalb Asiens. Grund war zu diesem Zeitpunkt vor allem, dass der Ausbruch zwar eine Bedrohung für China darstellte, im Ausland aber nur vereinzelt China-Reisende erkrankt waren. Der Anstieg ist rasant. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Der Höhepunkt der Epidemie wird frühestens in einer Woche erwartet. Außerhalb der Volksrepublik sind in rund 20 Ländern mehr als 100 Infektionen gezählt worden. Darunter sind neben Deutschland auch Frankreich, Thailand, Japan, Malaysia, die USA, Finnland, Australien, Südkorea, Indien und die Philippinen. Bundesbürger in der besonders betroffenen Stadt Wuhan sollen am Samstag aus China ausgeflogen werden.

Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Coronavirus will die Bundesregierung deutsche Staatsbürger aus China ausfliegen lassen.

Geplant ist, rund 90 Deutsche und einige enge Familienmitglieder wie Kinder und Ehepartner per Flugzeug der Bundeswehr in die Bundesrepublik zu holen. Mitfliegen könne nur, wer symptomfrei sei. Sicher war das aber auch am Donnerstag noch nicht. Bislang liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa keine Genehmigung der chinesischen Behörden vor.

Wo genau die Passagiere nach der Landung untergebracht werden, werde derzeit noch abgestimmt, sagte Spahn. Immer mehr Ländern fliegen ihre Staatsbürger aus der betroffenen Region aus - oder planen das. Dazugehören unter anderem Belgien, Großbritannien, Japan, Kanada und Ägypten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der Notstand heißt offiziell "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite". Die vier Kollegen hatten sich während einer Schulung bei einer angereisten Frau aus China angesteckt, die später selbst erkrankt war.

In Bayern hat sich ein weiterer Mensch mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert. Die WHO kann aber kein Land zwingen, Maßnahmen zu ergreifen oder zu unterlassen. Der fünfte Fall, der erst am Donnerstag bestätigt wurde, sollten nähere Informationen am Freitag bekanntgegeben werden. Außerhalb von China gibt es inzwischen mehr als 50 Infektionsfälle in mindestens 18 Ländern. Der Zustand des 80-Jährigen sei ernst, er werde weiter in einem Pariser Krankenhaus behandelt. Die Menschen dürfen nun von Bord. Eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hatte an Bord Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, die ein Anzeichen für das Coronavirus sein können. Die Passagiere durften zunächst nicht an Land gehen. Eine Sprecherin des Unternehmens Costa Crociere sagte, man gehe davon aus, dass auch deutsche Touristen auf dem Schiff seien. Laut Behörden gibt es mehr als 7700 bestätigte Infektionen, etwa 81.000 Menschen stehen unter Beobachtung. Der Volkswagen-Konzern setzt seine Produktion in China vorerst weiter aus. So sollen die Gesundheit der Fans und Spieler geschützt werden.

Die Krankenhäuser in der schwer betroffenen Provinz Hubei leiden an einem Mangel an Material. Ein Sprecher des italienischen Gesundheitsministeriums sagte am Abend, das Testergebnis eines Ehepaares aus China sei negativ. Eine zentrale Unterbringung sei wichtig, um mögliche Ansteckungen in der Inkubationszeit zu vermeiden.

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