Geschäft mit "Prime" boomt:Amazon setzt Rekordmarken in Jahresbilanz

Unendliche Paketflut Amazon will der Laden für alles sein. Noch ist Walmart aber der deutlich größere Einzelhändler. AFP

Der Onlinehändler und Streaming-Anbieter übertrifft mit seiner Jahresbilanz alle Erwartungen.

Mit einem überraschend starken Weihnachtsquartal schliesst das Online-Kaufhaus Amazon das vergangene Jahr ab. Im vierten Quartal 2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd Euro).

Unter anderem spezielle Angebote für besonders schnelle Lieferungen über das zahlungspflichtige Kundenprogramm "Prime" liessen demnach die Zahl dieser Mitglieder im Vergleich zu 2018 um 50 Prozent auf derzeit 150 Millionen Mitglieder steigen, betonte Konzernchef Jeff Bezos. Die Aktie setzte nachbörslich zum Höhenflug an.

Der Konzern von US-Starunternehmer Jeff Bezos, dem mit einem geschätzten Vermögen von 116 Milliarden Dollar laut "Forbes" reichsten Menschen der Welt, hatte bereits das beste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte verkündet. Der Finanzbericht unterstrich dies nun. Im Vorquartal hatte Amazon wegen hoher Ausgaben, um Kunden schnelleren Versand zu bieten, einen Gewinneinbruch erlitten.

Das Versprechen von Bezos, als Prime-Kunde binnen 24 Stunden die bestellte Ware ins Haus geliefert zu bekommen, scheint immer mehr Verbraucher zu überzeugen. So habe im Weihnachtsgeschäft die Zahl der Auslieferungen am Tag der Bestellung oder am Tag darauf gegenüber dem Vorjahr vervierfacht werden könnten, teilte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Die Web-Plattform AWS, Amazons Ertragsperle, die Cloud-Services an Unternehmen verkauft und in diesem Bereich Marktführer ist, steigerte die Einnahmen um 40 Prozent auf 10 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte stieg um knapp ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Dollar. Amazon steht im Cloud-Geschäft im scharfen Wettbewerb mit Microsoft und Google, weshalb die Wachstumsraten des einstigen Platzhirsches mit der Cloud nicht mehr so rasant klettern wie früher.

Die Amazon-Aktie schoss nachbörslich 13 Prozent nach oben. Sollte sich der Trend am Freitag im regulären Handel bestätigen, würde auch das Vermögen von Bezos kräftig zulegen, da er Großaktionär ist.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 steigerte Amazon den Gewinn von 10,1 Milliarden auf 11,6 Milliarden Dollar.

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