Bafta: Verleihung britischer Filmpreise von Rassismusdebatte überschattet

EE British Academy Film Awards 2020 After Party- Arrivals

"Ich fühle mich zerrissen", sagte der 45 Jahre alte Schauspieler, als er seine goldene Bafta-Trophäe entgegennahm, "weil so viele meiner Schauspielkollegen, die es verdienen, nicht dieses Privileg haben". Die Wendung "people of color", die Phoenix benutzte, setzt sich auch hierzulande langsam durch, um Alltagsrassismus entgegenzuwirken.

Die Filmbranche sieht sich immer Vorwürfen von Rassismus ausgesetzt: Bereits 2015 verbreitete der Hashtag #oscarssowhite in den sozialen Medien eine Empörung darüber, dass Hollywood fast ausschließlich eine Plattform für weiße Filmschaffender ist.

Das Anti-Kriegsepos "1917" von Regisseur Sam Mendes ist mit sieben Auszeichnungen der große Gewinner bei den als Baftas bekannten britischen Filmpreisen.

Bevor US-Schauspielerin und Komikerin Rebel Wilson ihm den Preis überreichte, sagte sie in Richtung der nominierten Regisseure, sie könne etwas Vergleichbares nie erreichen. Mit Blick auf die Kategorie Beste Regie, in der nur Männer nominiert waren, sagte die Australierin: "Dafür habe ich nicht die Eier". In den Kategorien "Beste Hauptdarstellerin" und "Bester Hauptdarsteller" gewannen Renée Zellweger (50) und Joaquin Phoenix. Das biografische Drama dreht sich um die letzten Jahre in der Karriere der Sängerin und Schauspielerin Judy Garland.

Darüber hinaus durfte sich Laura Dern (52) über ihren Sieg als beste Nebendarstellerin in dem Film "Marriage Story" freuen. In der Kategorie ist Margot Robbie sogar gleich zweimal nominiert ("Bombshell - Das Ende des Schweigens" und "Once Upon A Time In Hollywood"). "In Hollywood" spielt er den alternden Stuntman Cliff Booth. Den BAFTA für das Beste Originaldrehbuch erhielt der südkoreanische Regisseur und Drehbuchautor Bong Joon-ho für seine hochgelobte Tragikomödie "Parasite", die darüber hinaus als Bester Nicht-Englischsprachiger Film prämiert wurde.

Verlierer des Abendswaren zwei Filme mit je zehn Nominierungen.

Der neuseeländische Filmemacher Taika Waititi freute sich über den Preis für das beste adaptierte Drehbuch für seine Hitler-Satire "Jojo Rabbit".

Das ebenfalls zehnfach nominierte Mafia-Epos "The Irishman" ging komplett leer aus. Gemessen an der Zahl der Nominierungen verlief der Abend auch für "Joker" enttäuschend.

Wer einen Preis bei den BAFTAs erhält, entscheiden die 6500 Mitglieder der British Academy of Film and Television Arts.

Der erneut preisgekrönte Joaquin Phoenix spricht bei der Bafta-Verleihung über Rassismus. "Schon wieder sprechen wir darüber, dass wir mehr tun müssen, um in diesem Sektor und bei der Preisvergabe Diversität zu gewährleisten", sagte er. Der Thron-Nachfolger hat erkannt: "Das kann heutzutage einfach nicht mehr richtig sein".

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