Corona-Virus: Neue Fälle in Bayern

Sicherheitspersonal mit Schutzanzügen und Mundschutz steht hinter einem Schalter am Flughafen Wuhan. /LaPresse via ZUMA Press  dpa

Dafür müssten aber vorbeugende Maßnahmen verstärkt werden, sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan, nach Angaben chinesischer Staatsmedien vom Montag.

Amerikaner, die sich in der chinesischen Provinz Hubei aufgehalten haben, wo die Epidemie begann, werden bis zu 14 Tage unter Quarantäne gestellt. In Deutschland wurden am Montagabend eine elfte und zwölfte Infektion bekannt. An der neuen Lungenkrankheit sind in Festland-China mittlerweile mehr Menschen gestorben als an der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Der Ausschuss reagierte damit auf den rasanten Anstieg der Zahl der Infektionen und Todesfälle.

Bei der Sars-Pandemie (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) 2002/2003 hatte es 349 Todesfälle in Festland-China gegeben.

In Hongkong gab es heute den zweiten Toten außerhalb Festland-Chinas.

Auch außerhalb Chinas gab es den ersten Todesfall zu vermelden, der auf das Coronavirus zurückzuführen ist.

Arbeiter arrangieren Betten in einem Kongresszentrum, das in ein provisorisches Krankenhaus in Wuhan umgebaut wurde. Etwa 1400 medizinische Kräfte des Militärs betreiben das Behelfshospital, in dem Lungenkranke zentral in Quarantäne kommen und behandelt werden. Schon am Mittwoch sollte die zweite rasch erbaute Klinik öffnen.

In Bayern wurden am Montag zwei weitere Infektionen bestätigt. Wie die chinesische Regierung mitteilte, stieg die Zahl der Todesopfer durch die Epidemie seit Montag in Festlandchina um weitere 64 Fälle. Bei dem neuen Betroffenen handelt es sich um einen weiteren Mitarbeiter eines Automobilzulieferers in Stockdorf bei München, wie das bayerische Gesundheitsministerium unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Dazu kommen die beiden Kinder eines Mitarbeiters. In Deutschland ist der Erreger inzwischen bei zehn Patienten nachgewiesen worden. Zudem wurden zwei Kinder eines Erkrankten positiv auf die neue Lungenkrankheit getestet. Bei Webasto war eine infizierte Kollegin aus China zu Gast gewesen, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern in Wuhan hochgezogen. "Es spricht alles dafür, dass eine Übertragung erst möglich ist, nachdem Symptome der Krankheit auftreten", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien. So wurden sie nach medizinischen Untersuchungen mit anderen Passagieren zu der Kaserne nach Germersheim gebracht.

Ein weiterer infizierter Deutscher war auf der Kanareninsel La Gomera registriert worden. Er soll Kontakt zu einem in Deutschland infizierten Patienten gehabt haben. Auch haben mehrere Staaten ihre Bürger mit Sonderflugzeugen aus der weitgehend abgeschotteten Stadt Wuhan zurückgeholt. In Frankreich traf am Sonntag ein zweiter Flieger mit 250 Rückkehrern aus Wuhan ein. Außerhalb Chinas sind knapp 200 Infektionen in rund zwei Dutzend Ländern bestätigt. Nach dem Einreisestopp der USA für alle Chinesen und andere Ausländer, die in China waren, zeigte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich. "Wir haben es so ziemlich ausgeschaltet, dass es aus China kommt", sagte er dem Fernsehsender Fox News.

China übte Kritik an der Reaktion der USA: Äußerungen Trumps, die USA hätten China "enorme Hilfe" angeboten, wies eine Außenamtssprecherin in Peking zurück. China hat seinen Staatsbürgern vergangene Woche von Reisen ins Ausland abgeraten und bekämpft die Ausbreitung im Land mit radikalen Maßnahmen. In der Krisenregion in Zentralchina sind 45 Millionen Menschen in mehreren Städten abgeschottet, die Verkehrsverbindungen wurden gekappt.

Der öffentliche Nahverkehr wurde ebenso stillgelegt - auch der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen.

Zuvor hatte schon die neun Millionen Einwohner zählende ostchinesischen Metropole Wenzhou ähnliche Beschränkungen für die Mobilität seiner Bewohner erlassen, sie aber nicht als Empfehlung formuliert, sondern zwingend vorgeschrieben. Jede Familie dürfe lediglich ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen rausgehen könne, teilte die Stadtregierung mit.

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