Friedrich Merz will wohl CDU-Chef werden

CDU-Vize Armin Laschet bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will sich tatsächlich für den CDU-Vorsitz bewerben - das meldet die Deutsche Presse Agentur und beruft sich auf sein Umfeld. Aus dem Umfeld des 64-Jährigen hieß es demnach, Merz sei entschlossen zu kandidieren und wisse die Parteibasis hinter sich.

Nach dem angekündigten Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer ist das Rennen um den CDU-Vorsitz offenbar eröffnet.

Merz, der vor einer Woche seinen Rückzug als Aufsichtsratsvorsitzender der Vermögensverwaltergesellschaft BlackRock Deutschland verkündete, spricht sich unter anderem dafür aus, liberalen und wertkonservativen Strömungen in der CDU mehr Raum zu geben. Für Laschet sei gerade nach den Ereignissen in Thüringen der Zusammenhalt der Union wichtig.

Auslöser der jüngsten Verwerfungen in der CDU war die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen. "In Bayern ist mein Standort und mein Anker, ich bin bei den bayerischen Wählerinnen und Wählern im Wort", sagte der Ministerpräsident am Montag.

Als möglich gilt, dass sich Kramp-Karrenbauer am Wochenende am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit CSU-Chef Markus Söder trifft. Für die Einberufung ist ein Beschluss des CDU-Bundesvorstands nötig, der am 24. Februar zu seiner nächsten regulären Sitzung zusammenkommt. Dort werde Kramp-Karrenbauer über den aktuellen Stand der Entwicklungen informieren.

Für die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden und die Benennung des Kanzlerkandidaten wird bereits ein zeitnaher Sonderparteitag ins Auge gefasst. Sachsen-Anhalts Landeschef Holger Stahlknecht forderte am Donnerstag, dieser müsse noch vor der Sommerpause stattfinden.

Außenminister Heiko Maas (SPD) betonte unterdessen die Stabilität der großen Koalition.

"Der neue Parteivorsitzende wird dafür sorgen müssen, dass die Union ein verlässlicher Partner bleibt. Dazu gehört für uns auch eine absolut glasklare Abgrenzung gegenüber Rechtsextremen auf allen Ebenen". "Ich gehe davon aus, dass auch die Union verantwortungsbewusst mit ihrer schwierigen Situation umgeht".

"Wenn er das persönlich für sich so nicht akzeptieren kann, dann kann er aus meiner Sicht auch keine Leitungsfunktionen wahrnehmen", sagte Stahlknecht im Deutschlandfunk. "Sie sollte deshalb vorsichtig mit Ratschlägen sein".

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur erklärt. Zudem hatte sie angekündigt, sich nicht wieder um den Parteivorsitz zu bewerben. Der Kanzlerkandidat soll nach ihren Vorstellungen auch den CDU-Vorsitz übernehmen.

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