Wieder fast 100 neue Todesopfer durch Coronavirus in China - Schlaglichter

Medizin-Personal in einem Rote-Kreuz-Zentrum in Wuhan Bild AFP

Seit Montag wurden laut den Regierungsangaben in Festlandchina fast 2500 neue Krankheitsfälle durch das Coronavirus verzeichnet.

Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück.

Vor zwei Tagen war bekanntgeworden, dass die Behörden von Peking angewiesen worden waren, Infektionen ohne Symptome erst als bestätigte Fälle zu klassifizieren, wenn Symptome vorliegen.

Der Gesundheitsausschuss der Provinzregierung teilte ferner mit, dass weitere 14.840 Fälle von Ansteckungen mit dem Erreger in der Provinz bestätigt wurden. Wie die Gesundheitskommission der Provinz mitteilte, wurde die Erfassung von Diagnoseergebnissen nach einer Untersuchung "überarbeitet".

Wie die Zeitung "China Daily" unter Berufung auf chinesische Experten berichtete, können Ärzte jetzt eine offizielle Diagnose stellen, die auf einer Kombination von Faktoren wie Lungenbildern, dem physischen Zustand und epidemiologischer Vorgeschichte beruht. Bislang waren demnach nur Tests im Labor dafür maßgeblich. Unabhängig davon vermuten Experten eine hohe Dunkelziffer. So sind die Möglichkeiten begrenzt, auf das neue Virus zu testen. Zudem erscheint das sich wandelnde Berichterstattungssystem Chinas mit unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle besonders für lokale Stellen kompliziert. Die täglich berichteten Zahlen repräsentieren laut Experten somit eher die Fähigkeiten, Fälle zu identifizieren und zu melden, als das wirkliche Ausmaß der Epidemie. Der Sekretär der Kommunistischen Partei für Hubei, Jiang Chaoliang, wurde durch den Bürgermeister von Schanghai, Ying Yong, ersetzt.

In China war zuletzt immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch der Lungenkrankheit laut geworden. In Wuhan wurde der städtische Parteichef Ma Guoqiang vom bisherigen Parteichef der Metropole Jinan in der Provinz Shandong abgelöst. Der oberste politische Chef der Provinz Hubei wurde abgesetzt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag meldete. Die Personalwechsel werteten Beobachter als Zeichen der Unzufriedenheit der chinesischen Führung mit den örtlichen Politikern. Allein am Sonntag starben an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit und ihren Folgen 97 Menschen. Die Parteiführung entsandte vor knapp einer Woche eine Kommission nach Wuhan, um die "Fragen des Volkes" zu den Vorfällen zu untersuchen.

Land in Sicht war nach tagelanger Odyssee durch asiatische Gewässer für 2.300 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam": Das aus Hongkong kommende Schiff, das aus Sorge vor einer Einschleppung von Covid-19 in mehreren Ländern Asiens nicht andocken durfte, erreichte am Donnerstag Kambodscha. Das bestätigte der Hafendirektor von Sihanoukville, Lou Kimchhun. Einzelheiten zu den neuen Fällen will das Ministerium heute bekanntgeben.

In einem Bericht des Robert Koch-Instituts, der Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, heißt es: "Die globale Entwicklung legt nahe, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie kommen kann". Unter den Passagieren befanden sich demnach etwa 60 Chinesen. Unter den Passagieren sind nach Angaben der Holland America Line 57 Deutsche. Denn in Wuhan galt bisher die Regel, dass nur Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, die Kosten für die Behandlung erstattet bekommen beziehungsweise nicht zurückzahlen müssen. Im Hafen dieser Stadt liegt aktuell ein anderes Kreuzfahrtschiff, die "Diamond Princess", unter Quarantäne. Alle werden in Kliniken betreut. Die rund 3.600 Passagiere und Crewmitglieder sollen nach derzeitigem Stand mindestens noch bis zum 19. Februar auf dem Schiff bleiben.

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