Terrorzelle plante Anschläge: Männer aus Landkreis Wittenberg und Salzlandkreis in Haft

Eine Person wird von Polizisten in den Bundesgerichtshof gebracht

Dazu waren alle zwölf Beschuldigte an den BGH gebracht worden. Unter den Verdächtigen ist ein Polizeibeamter.

In den frühen Morgenstunden hat die Polizei insgesamt 13 Objekte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bayern durchsucht. Die Gruppe weitete sich auf andere Städte aus und soll damals in Finnland mehrere Hundert Mitglieder gezählt haben.

Am Samstagabend war dann klar: Nachdem die Sicherheitsbehörden am Freitag mit Razzien gegen eine mutmaßlich rechtsterroristische Vereinigung vorgegangen waren, haben nun die Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe Haftbefehl gegen vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe und alle acht mutmaßlichen Helfer erlassen. Wie das Magazin berichtet, hatten Staatsschützer den 53-jährigen Werner S. aus dem Raum Augsburg bereits vor mehreren Monaten entsprechend eingestuft. Die anderen drei Hauptverdächtigen kommen demnach aus Baden-Württemberg (Landkreis Esslingen), NRW (Kreis Minden-Lübbecke) und Niedersachsen (Landkreis Uelzen). Die acht mutmasslichen Unterstützer sollen zugesagt haben, mit Geld zu helfen, Waffen zu beschaffen oder an künftigen Anschlägen mitzuwirken. Die letzte Vorführung laufe noch, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul teilte mit, vier Mitglieder der Gruppe lebten in NRW. Es ist allerdings noch unklar, ob sie funktionstüchtig ist. Etwa ob Bilder von Gegenständen, die in einer Chatgruppe gepostet wurden - wie etwa selbst gebaute Waffen - tatsächlich im Besitz der Verdächtigen seien. In dem Chat ging es unter anderem um Anschläge auf Politiker und Muslime.

Die Gruppe ist womöglich größer als die von der Bundesanwaltschaft genannten 13 Beschuldigten. Die Federführung für die Durchsuchungen hatte das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg. Es könnten insgesamt doppelt so viele Mitglieder sein, sagten Sicherheitskreise. Für Entsetzen hatte die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Sommer vergangenen Jahres gesorgt.

Alle Festgenommenen sind Deutsche und Männer.

Nach Informationen des "Spiegel" wurde der mutmaßliche Anführer der Gruppe von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremer Gefährder geführt. Er soll Bezüge zu einer rechtsextremen Bürgerwehr haben.

Deutschlandweit zählte die Polizei zuletzt 53 rechtsextreme "Gefährder". So bezeichnet der Staatsschutz Personen, denen man zutraut, einen Anschlag zu verüben. Polizei und Verfassungsschutz hatten die Rechtsextremisten im Blick.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Februar 2020 um 11:00 Uhr.

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