Flybe stellt Betrieb ganz ein

Eine Flybe Maschine startet vom Flughafen Manchester

Die Airlines reagieren mit deutlichen Ausdünnungen ihrer Flugpläne auf die prekäre Lage, teilweise werden zahlreiche Flugzeuge abgestellt und Personal reduziert. Da das Flug-Buchungs-Geschäft wegen des Corona-Virus stark rückläufig ist, sind bei Flybe die Buchungen zusammengebrochen.

Noch Mitte Januar hatte die britische Regierung angekündigt, sich an einem Rettungspaket für den bereits schwer angeschlagenen Regionalflieger beteiligen zu wollen.

Flybe stellte am 5. März 2020 den Flugbetrieb ein.

Passagiere sollten nicht zum Flughafen fahren, denn Flybe könne keine Alternativflüge anbieten, schrieb die Airline am Donnerstag auf ihrer Webseite. Auch wurde über einen Piloten berichtet, der in seiner Ansage aus dem Cockpit die Insolvenz ankündigte. Anders als in der Schweiz, ist in Grossbritannien in einem solchen Notfall der Staat für die Rückführung der Passagiere verantwortlich.

Seit nun schon einiger Zeit hatte Flybe mit finanziellen Problemen zu kämpfen, die vergangenen Januar ihren Höhepunkt erreichten.

Flybe hatte in der Vergangenheit mit der britischen Regierung über einen staatlichen Rettungskredit in Höhe von etwa 123 Millionen Franken verhandelt. "Das hat eine schlimme Situation noch weiter verschlimmert", zitiert die Zeitung "Financial Times".

Der Airline-Chef Mark Anderson bedauerte in einer Mitteilung gegenüber seinen Angestellten die Insolvenz der Fluggesellschaft: "Mit enormer Trauer und grossem Bedauern teile ich die erschütternde Nachricht mit, dass Flybe demnächst Insolvenz anmeldet". Flybe beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter. Nach einem Verkauf an das Konsortium Connect Airways, dem unter anderem Virgin und Stobart Air angehören, sah eigentlich alles ganz gut aus, ehe im Jänner dieses Jahres bekannt wurde, dass Staatshilfe beantragt wurde, da andernfalls das zeitnahe Grounding drohte. Das Bündnis investierte 135 Millionen Pfund, also knapp über 156 Millionen Euro, in die klamme Fluggesellschaft. Auch wurde sogar über eine mögliche Beteiligung des britischen Staates an der Airline gesprochen.

Als erste Massnahme wurde der Airline ein Aufschub der Steuerzahlungen gewährt.

Vor allem kleine Flughäfen in abgelegenen Regionen wie Cornwall, Wales und dem Norden Schottlands trifft das Aus für Flybe hart.

Dass das Coronavirus auch auf dem Airline-Markt seine Opfer fordern wird, war abzusehen.

In einem Zeitraum von gerade einmal drei Jahren ist mit Flybe die inzwischen vierte britische Airline in die Insolvenz gegangen und musste den Flugbetrieb einstellen: Monarch im Oktober 2017, Fly BMI im Februar 2019 und schließlich Reiseriese Thomas Cook, ergo auch die Airline-Sparte, im September letzten Jahres.

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