Corona: Drei Tote bei Gefängnisrevolte in Norditalien

Rebellierende Menschen hinter den Fenstern des San-Vittore-Gefängnisses

Die Corona-Krise in Italien schlägt immer höhere Wellen: Jetzt ist es am Sonntag in mehreren Gefängnissen zu Revolten gekommen: Es gab Tote, dutzende Insassen versuchten zu fliehen! Sechs Häftlinge seien in Modena gestorben, mehrere wurden schwer verletzt, wie Medien unter Berufung auf die Gefängnisverwaltung berichteten.

2 weitere Gefängnisinsassen liegen in kritischem Zustand im Krankenhaus, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer Onlineausgabe. Es habe eine Reihe von Revolten gegeben, sagte Gefängnisverwaltungschef Francesco Basentini in einem Fernsehinterview.

An schwersten soll die Lage am Sonntag in einem Gefängnis im norditalienischen Modena gewesen sein. In mehreren Haftanstalten wurden Brände gelegt und so erheblicher Schaden angerichtet, wie das Justizministerium mitteilte.

Corona: Drei Tote bei Gefängnisrevolte in Norditalien

Medien zeigten Videos von einem Aufstand in einem Gefängnis in Mailand. Darin ist zu sehen, wie Häftlinge auf einem Dach stehen und "Freiheit" skandieren. In Foggia soll einigen Insassen sogar die Flucht gelungen sein, schreibt der ehemalige Innenminister und Chef der Lega Nord, Matteo Salvini, auf Twitter.

Unklar war der Grund für den Aufstand. In Medienberichten hieß es, sie hätten mit dem Coronavirus in Norditalien zu tun. Nicht ausgeschlossen ist, dass Prügeleien zwischen Gefängnisinsassen ausgebrochen seien, die mit dem Protest nicht einverstanden waren. Am Sonntag wurde ein Notfalldekret erlassen, mit dem die Regierung als Teil ihrer Maßnahmen zur Eindämmung des Virus den direkten Kontakt zwischen Häftlingen und deren Angehörigen einschränkt.

Auf den Straßen vor dem Gefängnis in Poggioreale sammelten sich auch aufgebrachte Familienangehörige, viele mit der Angst, die Gefangenen würden nicht mehr adäquat betreut, die Haftzeit verlängere sich bei manchen notgedrungen, und dass das Coronvirus wohl auch in die Gefängniszellen kriechen würde. Medienberichten zufolge dürften die Proteste aber auch damit zusammenhängen, dass die Gefängnisse überfüllt sind. Die Häftlinge in Modena starben möglicherweise an einer Überdosis von Medikamenten, die sie beim Sturm auf die Krankenabteilung genommen haben könnten.

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