DFL-Chef: Bundesliga-Spieltag mit Fans "nicht realistisch"

Leere Ränge

Die DFL stellt sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Geisterspiele am nächsten Bundesliga-Wochenende ein.

So fand am Samstag auch das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund (1:2) in unmittelbarer Nähe zu dem am meisten vom Virus betroffenen Kreis Heinsberg statt. Das geben die Verträge in dieser Form nicht her", sagte ein "Sky"-Sprecher auf Anfrage der "Rheinischen Post". Seifert sprach von "einer Ausnahmesituation, die wir alle noch nicht erlebt haben". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor die Empfehlung abgegeben, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern in Deutschland ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu Beginn der kommenden Woche sollen mit den Vertretern der 36 Profivereine die möglichen Folgen für den Spielbetrieb der beiden Bundesligen im weiteren Saisonverlauf besprochen werden. "Mit wie vielen Zuschauern und ob ohne, das ist eine Entscheidung, die die Behörden treffen müssen", sagte der 50-Jährige weiter.

"Wenn wir jetzt ganz klar sagen, wir wollen in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mehr mit über 1.000 Menschen zulassen, dann ist das eine Empfehlung des Landesgesundheitsministers an die unteren Gesundheitsbehörden. Ich würde mir wünschen, dass es eine klare Ansage gibt". Die Pariser Polizeipräfektur schob dem Prinzenpark für das BVB-Spiel am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) beim Club von Trainer Thomas Tuchel dagegen schnell den Riegel vor. Nach Meinung des DFL-Präsidiums könnten Partien nicht einzeln, sondern nur als komplette Spieltage en bloc verschoben werden.

Geisterspiele rücken in der Bundesliga und der 2. Bundesliga immer näher. Die anderen 17 Bundesligaklubs erstatten die Kaufpreise im Falle eines Spiels vor leeren Rängen bei Vorlage der Tickets zurück, sechs von ihnen bieten als Alternative Gutscheine für die Fanshops des Vereins an. Er hatte betont, "dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln". Mit dem DFB und der UEFA werde man sich dahingehend austauschen, ob Liga-Spieltage bis Ende Mai theoretisch überhaupt verschoben werden könnten. Am Dienstag will der italienische Fußball-Verband über die Fortführung der Serie A entscheiden. Am Donnerstag stehen in Frankfurt (gegen Basel) und Wolfsburg (gegen Donezk) die Achtelfinale-Hinspiele der Europa League an. Zudem wurde der obligatorische Handschlag vor den Spielen ausgesetzt. Bei Geisterspielen dürfen neben den beteiligten Mannschaften noch Betreuer, Ballkinder, Arena-Personal und Journalisten dabei sein.

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