Zweiter HIV-Patient gilt als wahrscheinlich geheilt

Eine Aids Schleife liegt auf einem Polster

Seit 30 Monaten sei nun kein aktives HI-Virus nachweisbar, berichtet ein Team um Ravindra Gupta vom University College London im Fachblatt "The Lancet". Dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Mann waren Stammzellen eines Knochenmarkspenders transplantiert worden.

Der Vorgänger des Geheilten, der "Berliner Patient" Timothy Ray Brown, ein US-amerikanischer Übersetzer, war als erster Mensch vom Aids-Erreger befreit worden.

Zum zweiten Mal weltweit gilt ein HIV-Patient als "geheilt": Das teilten die behandelnden Ärzte des sogenannten Londoner Patienten am Dienstag mit, nachdem sich der Mann einer Stammzellentransplantation unterzogen hatte. Die Forscher betonen, dass die Stammzelltherapie eine Hochrisikobehandlung sei, die für die meisten HIV-Patienten nicht infrage komme.

Wie funktioniert die neue Heilmethode?

. Eine Heilung der von HI-Viren verursachten Krankheit Aids ist bis heute grundsätzlich nicht möglich. Diese Patienten müssten "eine langfristige antiretrovirale medikamentöse Therapie fortsetzen, die hochwirksam ist, um Morbidität und Mortalität zu reduzieren und eine Weiterübertragung zu verhindern".

Entscheidend dabei: Der Stammzellspender hatte eine seltene Mutation namens Delta 32, die ihn immun gegen das HI-Virus macht. Sie wirkt so, dass die Zellen kein CCR5-Rezeptor bilden, den die meisten HI-Viren benötigen, um an eine Zelle anzudocken und sich darin zu vermehren. Auch der "Berliner Patient" hatte eine Form von Blutkrebs.

Das Team um Studienleiter Gupta hatte im vergangenen Jahr noch zahlreiche Flüssigkeits- und Gewebeproben des Patienten untersucht. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass es sich dabei um "fossile" DNA-Stränge handelt, die nicht zu einem vermehrungsfähigen Virus gehören. Viele andere Daten, etwa die stark zurückgegangene Anzahl HIV-spezifischer Antikörper, wiesen darauf hin, dass das Virus aus dem Körper des Patienten verschwunden sei, schreiben die Forscher. Die Medizin wisse heute, dass die meisten Viren, die eine Anti-HIV-Therapie überstehen, defekt seien und sich nicht vermehren könnten.

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