Covid-19 - DFL: Fußball-Bundesliga stellt Spielbetrieb wegen Corona-Virus vorerst ein

Der 26. Spieltag könnte bereits der letzte der Saison 2019/20 sein

Die Entscheidung der DFL, den kommenden Bundesligaspieltag am Wochenende noch durchzuführen, kommt nicht bei allen gut an.

"Das Präsidium der DFL Deutsche Fußball Liga hat sich am heutigen Freitag in einer Sondersitzung erneut mit den Auswirkungen des Coronavirus auf den Spielbetrieb der Bundesliga und 2. Bundesliga befasst".

Nachdem das Präsidium um 10.19 Uhr noch verkündet hatte, dass die Spieltage der 1. und 2. Liga an diesem Wochenende stattfinden sollen, erfolgte um 16.12 Uhr die Rolle rückwärts. Die Entscheidung hat eine historische Dimension: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg (1944/45) ist der Ligabetrieb unterbrochen. Betroffen sind zunächst nur der 26. und 27. Spieltag (20. bis 22. März).

DFL will Pause bis 2. April. Die Liga hat für kommenden Montag eine Mitgliederversammlung in Frankfurt anberaumt, um das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise abzustimmen. So warf Bayern-Star Thiago den Entscheidern in den sozialen Medien vor, unklug und unverantwortlich zu handeln. "Seid ehrlich, es gibt viel wichtigere Dinge als den Sport", schrieb der Spanier. "Fußballer werden in dieser Situation wie Affen im Zirkus behandelt", twitterte Union Berlins Torhüter Rafal Gikiewicz.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, sorgt sich um die deutschen Profiklubs. "Deshalb begrüße ich die Bemühungen des Vereins sowie die Entscheidung der DFL ausdrücklich".

Diese Empfehlung der DFL hat allerdings nur Bestand, solange die lokalen Behörden die Spiele zulassen. Viele Fans warfen den Entscheidungsträgern daraufhin vor, dass es ihnen nur ums Geld gehe. Der HV Westfalen teilte mit, dass bis auf Weiteres alle Veranstaltungen, Sitzungen und Maßnahmen des Verbandes abgesagt sind. Es zeichnet sich ab, dass die geplante erste paneuropäische Europameisterschaft (12. Juni bis 12. Juli) auf den Sommer 2021 verschoben wird, damit die nationalen und europäischen Ligen ihre aktuellen Spielzeiten in den Juni verlängern und so beenden können. Das wirkt angesichts der Rasanz, mit der das Virus grassiert, aber wie ein letzter Strohhalm.

Bei der UEFA ist für den kommenden Dienstag eine Krisensitzung per Videokonferenz mit allen 55 Mitgliedsverbänden geplant. "Jeder soll sich kümmern können, aber sie haben Verhaltenstipps und Präventionsmaßnahmen bekommen". Belastbare Quellen gibt es nicht. Und schließlich meldeten auch noch der 1. FC Nürnberg und der SC Paderborn einen positiven Corona- beziehungsweise einen Corona-Verdachtsfall. "Und auch in den Spielpausen müssen sie ja nicht nebeneinander sitzen!"

Das würde bedeuten, dass die bisherige Saison komplett nichtig wäre. Der 32 Jahre alte Fußball-Profi kritisierte damit den Umgang der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Entwicklung rund um das Coronavirus. Der 26. Spieltag soll noch planmäßig und ohne Zuschauer so weit wie möglich stattfinden. Der HTTV kommt damit der Fürsorgepflicht für die Gesundheit gegenüber den Vereinen sowie deren Spielerinnen und Spielern nach.

Dass die Begegnung in Düsseldorf sowie schon die beiden Zweitliga-Spiele zuvor zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Osnabrück sowie der SpVgg Greuther Fürth und dem Hamburger SV ausgetragen werden, ist inzwischen allerdings höchst fraglich. Hier eine Grenze zu ziehen, bei der die DFL nicht von mehreren Seiten für Willkür attackiert wird, scheint praktisch nicht möglich.

Related:

Comments

Latest news

Ehe-Aus nach acht Jahren: Sido und Charlotte Würdig getrennt
Und weiter: "Unsere kleine Familie ist das Schönste und Wertvollste, was und passieren konnte". Nach acht gemeinsamen Jahren entschieden sich die beiden, kein Liebespaar mehr sein zu wollen.

Coronakrise: Regierung sagt Kredite in unbegrenzter Höhe zu
Mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus sagte der SPD-Politiker, das Land stehe "vor einer sehr ernsten Situation". Derzeit sehe er aber keine größere Zahl von Verstaatlichungen kommen. Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13.

Telekom-Kunden erhalten Disney+ 6 Monate umsonst
Die Kosten für den Streamingdienst belaufen sich auf 6,99 Euro im Monat - und liegen damit unter denen der großen Konkurrenten. Der US-Unterhaltungsriese Disney hat am Freitag die Filme und Serien seines Streamingdienstes Disney+ vorgestellt.

Johannes B. Kerner mit Coronavirus infiziert
Um jedes Risiko zu vermeiden und schnell Klarheit zu erlangen, habe er umgehend einen Covid-19-Test durchführen lassen. Den passenden Hashtag setzte Kerner ebenfalls: Neben #ingwershot schrieb er jedoch mahnend #achtsamkeit.

Covid-19 - Saarland schließt wegen Coronavirus ab Montag alle Kitas und Schulen
Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Epidemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach. Auch die Universitätskliniken würden komplett in den Dienst der Pandemiebekämpfung gestellt.

Other news