AKTIE IM FOKUS: Positives Signal aus Sonderprüfung beruhigt Wirecard-Anleger Seite 1

Der Fall Wirecard beschäftigt in Deutschland sowohl die Finanzaufsicht Bafin als auch die Münchner Staatsanwaltschaft, aber richtet sich in der Hauptsache nicht gegen Wirecard.

Wirecard hatte vor mehreren Monaten eine Prüfung von KPMG in die Wege geleitet, um sich von dem Vorwurf aufgehübschter Bilanzzahlen loszulösen.

Der Wirecard Aktienkurs war lange Zeit geprägt von Unternehmensinternen Schwierigkeiten.

Der Großteil der Vorwürfe über unsaubere Bilanzpraktiken, die der Grund der Sonderprüfung durch die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sind, betrifft die Wirecard-Geschäfte im Mittleren und Fernen Osten. Mit der Prüfung will das Unternehmen die Turbulenzen wegen ständigen Vorwürfen um Bilanzierungsunregelmäßigkeiten endlich ausmerzen.

Es hätten sich aus heutiger Sicht keine substanziellen Feststellungen ergeben, die für die Jahresabschlüsse im Untersuchungszeitraum 2016, 2017 und 2018 zu Korrekturbedarf führen würden. Das gelte zunächst allerdings nur für die Geschäftstätigkeit in Indien und Singapur sowie den Geschäftsbereich Merchant Cash Advance (MCA)/Digital Lending.

So hatte die "Financial Times" Wirecard im vergangenen Jahr in einer Serie von Berichten einerseits illegale Praktiken mit Scheinbuchungen und andererseits die Zurückhaltung wichtiger Informationen über das Wirecard-Geschäft vorgeworfen. Das Unternehmen hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Die Untersuchung des Dritt-Partnergeschäfts (TPA) dauert noch an und werde voraussichtlich zum 22. April abgeschlossen werden, erklärte der Konzern. Eigentlich hätte die Untersuchung bis Ende März fertig sein sollen. Auch das Coronavirus trage wegen der Reiserestriktionen zur Verzögerung bei. Der Vorstand der Wirecard AG hat dementsprechend heute beschlossen, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und die Bilanzpressekonferenz (bisher 8. April 2020) auf den 30. April 2020 zu verlegen. Zu Handelsbeginn schossen die Aktien um bis zu 29,9 Prozent in die Höhe, um kurz darauf wieder abzubröckeln. Zuletzt stand noch ein Gewinn von gut 12 Prozent auf 96,48 Euro zu Buche, was aber immer noch für den ersten Platz im vom jüngsten Marktcrash erholten Dax (DAX 30) reichte.

An der Börse sorgte die Mitteilung über den Zwischenstand der Sonderuntersuchung kurz für ein Kursfeuerwerk.

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