Reise-Konzern TUI stoppt fast alle Angebote und beantragt Staatshilfe

Fluggäste stehen an der Information der Tuifly auf dem Flughafen in Hannover.                         Peter Steffen

Der größte Teil aller Reiseaktivitäten, einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb, wird bis auf weiteres ausgesetzt, wie die TUI AG mitteilte. Mit dieser Entscheidung wolle TUI "einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen der Regierungen leisten", die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

"In dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld bleiben die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt von höchster Wichtigkeit", begründete Tui die drastischen Schritte zum Wochenbeginn. Was dies nun konkret für die Kunden bedeutet, war zunächst nicht bekannt. Doch das reicht offenbar nicht aus: Um die Umsatzausfälle abzufedern, die sich daraus ergeben, werde TUI Staatshilfe beantragen. In der Marktkirche in Hannover fand am Sonntag der vorerst letzte Gottesdienst statt.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, vom Virus betroffene Branchen mit Bürgschaften für Hilfskredite zu unterstützen. "Ziel ist es, eine zeitnahe Einführung zu ermöglichen", sagte ein Sprecher.

Joussen hatte gesagt, dass Tui seine Kunden und Mitarbeiter auf möglicherweise länger andauernde Folgen der Viruskrise vorbereite. Dazu gehörten "selbstverständlich" auch Sparmaßnahmen: "Es ist schon so, dass wir Investitionen, die wir geplant hatten, zurückstellen". Eine Prognose der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr traut sich das Management angesichts der Belastungen nicht mehr zu, weshalb der Ausblick von Mitte Februar laut einer Mitteilung aus der Nacht zum Montag zurückgezogen wurde. Nicht prioritäre Projekte sollen nach hinten geschoben werden. Verträge würden derzeit neu verhandelt, um die Kapazitätsgarantien und damit verbunden die Vorauszahlungen vorübergehend zu reduzieren. Aktuell verfügt TUI den Angaben zufolge noch über Finanzmittel und verfügbare Kreditfazilitäten in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Der Konzern will die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs auf sein eigenes Geschäft sowie auf das der Partnerbetriebe so gering wie möglich halten.

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