Coronavirus-Krise: Jetzt stoppt auch Daimler Großteil seiner Produktion

Jetzt stehen auch bei Daimler die Bänder still

Auch VW will in einer Reihe seiner Werke die Produktion einstellen.

Stuttgart - Auch beim Autobauer Daimler stehen wegen des Coronavirus vorerst in vielen Werken die Bänder still. Damit reagieren sie auch auf Lieferprobleme.

Stuttgart - Daimler, Volkswagen und andere Autohersteller schließen wegen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ihre Fabriken.

Zudem werde die Arbeit in ausgewählten Verwaltungsbereichen unterbrochen, so Daimler. Die Unterbrechung betreffe Pkw-, Transporter- und Nutzfahrzeugwerke und beginne in dieser Woche. Die Konzerntochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis zum Wochenende ebenfalls schrittweise herunter, auch bei Skoda soll die Produktion eine Zeitlang stillstehen. Ausgenommen von der Schließung sind Bereiche wie etwa der Kundenservice.

Damit verbunden sei auch die Überprüfung der globalen Lieferketten, die derzeit nicht in vollem Umfang aufrechterhalten werden könne. Dies bedeutet, dass eine Versorgung der Werke mit Teilen nicht gewährleistet ist. Eine Verlängerung dieser Maßnahmen hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Mit diesen Maßnahmen leiste das Unternehmen seinen Beitrag, die Belegschaft zu schützen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung dieser Pandemie einzudämmen. Gleichzeitig trage diese Entscheidung dazu bei, Daimler auf eine Phase vorübergehend niedrigerer Nachfrage vorzubereiten und die Finanzkraft des Unternehmens zu sichern. Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Autobauer ließen sich derzeit "weder hinreichend ermitteln noch verlässlich beziffern".

Vor Daimler hatte bereits der VW-Konzern mitgeteilt, dass die Fertigung in den europäischen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Erregers vorübergehend gestoppt werden soll. Die Maßnahme gilt zunächst für zwei Wochen.

In den vergangenen Tagen hatte es auch in deutschen VW-Werken erste bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen gegeben. VW-Vorstandschef Herbert Diess sagte, Priorität müsse jetzt sein, die weitere Verbreitung einzudämmen. Der Betriebsrat habe gegenüber dem Vorstand diese "Zweiklassengesellschaft" kritisiert.

Opel fährt die Produktion in seinem Stammwerk Rüsselsheim herunter. Ford wird ab Donnerstag an den deutschen Standorten in Köln und Saarlouis sowie anderen Standorten in Europa die Bänder anhalten.

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