US-Notenbank senkt Leitzins auf fast null Prozent

US-Notenbank

In einer Notfallaktion senkte sie den Leitzins überraschend um einen ganzen Prozentpunkt auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex knapp eineinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart knapp vier Prozent tiefer auf 8870 Punkte. Dieser Schritt hatte die Finanzmärkte jedoch wenig beeindruckt und konnte den heftigen Ausverkauf an den Börsen nicht stoppen. Zudem will das Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramm ankurbeln und Banken vorübergehend Notfallkredite gewähren, wie es bereits nach der grossen Finanzkrise 2008 gemacht wurde. "Wir sind darauf vorbereitet, unsere gesamte Bandbreite an Instrumenten einzusetzen", sagte Fed-Chef Jerome Powell am Sonntag (Ortszeit) in Washington. Die Maßnahmen erfolgten nur wenige Tage vor der geplanten Zinssitzung an diesem Mittwoch. Die Virus-Krise habe tiefe Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft, sagte Powell. Die Notenbank habe aber noch genügend Handlungsspielraum, versicherte er. Negative Zinsen betrachte der Notenbankchef aber nicht als angemessenes Instrument.

In den Vereinigten Staaten wächst wegen der Auswirkungen des Coronavirus die Angst vor einer Rezession.

Die Fed hatte den Leitzins wegen der Viruskrise erst Anfang März gesenkt und Mitte des Monats dann die Geldspritzen für Banken durch sogenannte Repo-Geschäfte erhöht. Globale Finanzinstitutionen seien ebenfalls beeinträchtigt worden. Auch dieses Mal könnte der Effekt der Zinssenkung am Aktienmarkt verpuffen.

Am Montagnachmittag wollten die Finanzminister der Eurogruppe in einer Videokonferenz über ein umfassendes Krisenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie beraten. Hierzu zählen demnach der Erwerb von börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und Unternehmensanleihen. Mit den Maßnahmen soll die Marktstabilität in Japan gewährleistet werden.

Nach der US-Zentralbank stemmte sich in der Früh auch die japanische Notenbank mit weiteren Schritten gegen die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronavirus-Krise.

Lesen Sie auch: Die Stunde der Spekulanten - Notizen aus einer schwarzen Börsenwoche. "Die Tatsache, dass es aktuell starke Kursbewegungen gibt und Unsicherheit an den Märkten vorherrscht, ist kein Grund für eine Aussetzung des Handels", sagte ein Sprecher der Frankfurter Börse am Montag. Man werde nicht zögern, die Geldpolitik noch weiter zu lockern.

Am Morgen folgte auch Südkorea mit einer Zinssenkung. Am Vorabend hatte bereits die Notenbank Neuseelands den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. So senkte die Notenbank von Hongkong den Leitzins in der vergangenen Nacht um 0,64 Prozentpunkte auf 0,86 Prozent. Trump kritisiert die Währungshüter schon lange wegen einer angeblich zu straffen Geldpolitik und hatte erst am Samstag erneut gesagt, er sei nicht glücklich mit dem Zinssatz der US-Notenbank.

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