Coronavirus in Baden-Württemberg - Freiburg erlässt Betretungsverbot für öffentliche Orte

1 Öffentliche Plätze dürfen in Freiburg von Samstag an nicht mehr betreten werden

Das Betretungsverbot - der Begriff wird in der Pressemitteilung der Stadt für diese Maßnahme verwendet - bedeutet konkret, dass öffentliche Orte nicht mehr betreten werden dürfen. Es handelt sich formal nicht um eine Ausgangssperre. Und wer sich im Freien aufhalten möchte, kann das weiterhin - allerdings nur allein, zu zweit oder mit den Personen, die mit im eigenen Haushalt leben. Man dürfe aber weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen.

Um die Ausbreitung der virusbedingten Lungenkrankheit Covid-19 in Südbaden zumindest noch ein Stück weit zu verlangsamen, greift die Stadt Freiburg jetzt zu drastischen Maßnahmen. In der gesamten französischen Region Grand-Est mussten die Behörden bis zum Donnerstagabend bereits 61 Todesopfer verzeichnen. Freiburg und die Region lägen in einer besonders gefährdeten Region, auch die benachbarte Schweiz sei stark betroffen. Weil die Fallzahlen in den letzten Tagen immer weiter in die Höhe geschossen waren, verhängt die Stadtverwaltung ab dem kommenden Samstag (21.03.2020) ein Betretungsverbot für öffentliche Orte.

Das Haus oder die Wohnung sollten aber nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Von allen anderen Menschen ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu wahren.

1 Öffentliche Plätze dürfen in Freiburg von Samstag an nicht mehr betreten werden
1 Öffentliche Plätze dürfen in Freiburg von Samstag an nicht mehr betreten werden

Die von der Stadt angekündigten Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen. In Parks und Grünanlagen dürften sich keine Menschen mehr ansammeln. Man könne aber weiter durch Freiburg joggen oder mit dem Mountainbike in den Sternwald fahren, sagte die Stadtsprecherin.

"Uns ist bewusst, dass diese schwerwiegende Entscheidung deutliche Einschränkungen auf das Leben der Freiburgerinnen und Freiburger haben wird", sagte Oberbürgermeister Martin Horn. "Aber nach dem heutigen Stand muss der Schutz der Bevölkerung vor allen anderen Erwägungen Vorrang haben", teilte OB Horn in der Pressemittelung mit.

Vor knapp einer Woche haben die Stadt Freiburg und die benachbarten Landkreise die Durchführung aller Veranstaltungen ab 50 Teilnehmenden bis 20. April untersagt. Doch immer wieder hätten sich Menschen nicht an diese Allgemeinverfügung gehalten und ihre Kontakte zu anderen nicht eingeschränkt, teilte die Stadt mit. Gerade bei den frühlingshaften Temperaturen verbrächten viele Bürger ihre Freizeit im Freien auf öffentlichen Plätzen, in Parks und Grünanlagen. Dabei handle es sich um eine Empfehlung. Bei den daraus entstandenen Begegnungen bestand laut Stadt die erhebliche Gefahr, dass das Coronavirus übertragen wird und sich weiter ausbreitet. Lieber ein klarer Schnitt für kurze Zeit, als eine Verzögerung über Wochen und Monate. Im rund 25 Kilometer entfernten Elsass sei die Lage dramatisch. In den Krankenhäusern sind dort aktuell alle vorhandenen Plätze auf den Intensivstationen belegt.

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