Bei Corona-Infektion: WHO zieht Warnung vor Ibuprofen zurück

Schmerzmittel

Coronavirus: Neue Symptome der Krankheit entdeckt? Viele Menschen sind in dieser neuen Situation verunsichert und wissen nicht, wie sich verhalten sollen. Aber die Experten prüften die Lage zurzeit.

Der Professor für Virologie von der Universität Reading, Ian Jones, ergänzt, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften von Ibuprofen das Immunsystem "dämpfen" können, was den Genesungsprozess verlangsamen könne. Die Universität dementierte die Meldung schnell, sie hätte dazu nie eine Aussage gemacht.

Doch jetzt rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon ab, das Medikament einzunehmen - sofern ein Verdacht auf den Coronavirus vorliegt. In der Zwischenzeit erscheine es jedoch sinnvoll, bei der Behandlung von Symptomen wie Fieber und Halsschmerzen auf Paracetamol statt Ibuprofen zurückzugreifen, so die übereinstimmende Meinung der Expertinnen und Experten.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der WHO-Sprecher Christian Lindmeier sich zu dem Thema am Dienstag (17. März) in einem Statement geäußert. Bis die Prüfung abgeschlossen war, riet sie allerdings dazu, in der Selbstmedikation Paracetamol statt Ibuprofen einzusetzen, wie die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) meldete. Das beziehe sich ausschließlich auf alle, die Ibuprofen ohne ärztlichen Rat einnehmen.

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran hatte bereits am Wochenende mit einem Tweet Aufsehen erregt, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen oder auch ASS und Aspirin warnte.

Ibuprofen bei Corona-Verdacht oder Grippe: Welches Schmerzmittel nehmen? Die Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien daraufhin zu dem Schluss gekommen, dass es - über die bekannten Nebenwirkungen hinaus - keine bestimmten Hinweise auf negative Konsequenzen bei der Einnahme von Ibuprofen bei Coronavirus-Patienten gebe. Über Whatsapp-Sprachnachrichten und weitere Kanäle der sozialen Medien kursierten Gerüchte, dass Forschungsergebnisse der Wiener Uniklinik einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Ibuprofen und Covid-19 nahelegen würden.

Ibuprofen würde die Blutgerinnung hemmen, damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab", teilt die WHO mit. Besonders Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen und Ältere vertragen das Medikament nicht immer gut.

Die Schweizer Gesundheitsbehörde (BAG) liefert auf ihrer Website die Hintergründe: Auch wenn es keinen eindeutigen Hinweis darauf gebe, dass Medikamente wie Ibuprofen den Krankheitsverlauf verschlimmern, so sei in Einzelfällen beobachtet worden, dass sie zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen könnten.

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