Coronavirus: Suche nach Medikament läuft auf Hochtouren

Bild zu Jens Spahn

Bislang gibt es kein zielgerichtetes Medikament gegen die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19.

In Zellkulturen konnte das Malariamittel Chloroquin die Vermehrung von SARS-CoV-2 hemmen.

Zurzeit werden jedoch rund 40 Impfstoffprojekte durchgeführt, wobei sich mittlerweile bereits einige Türen geöffnet haben.

Hilft Malaria-Medikament Chloroquin wirklich gegen Sars-CoV-2? Dabei konzentrieren sich die Forscher größtenteils auf bereits zugelassene Präparate, da diese im Falle umgehend verabreicht werden können. Die Anwendung beim Menschen sei wesentlich komplexer."So ein Medikament muss ja da hinkommen, wo das Virus ist, in die Lunge", gab Christian Drosten zu bedenken. Schon in der kommenden Woche soll mit einer Studie an Menschen begonnen werden, wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Mittwoch mitteilte. Meist sind das Menschen aus Risikogruppen wie Krebskranke in Chemotherapie, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Die Patienten würden etwa mit Sauerstoff versorgt oder künstlich beatmet. Sie wurde ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt, brachte aber in der klinischen Prüfung keine guten Ergebnisse.

Bislang gibt es keinen Impfstoff, der eine Ansteckung unterbindet.

In zahlreichen Untersuchungen werden derzeit Medikamente oder Wirkstoffe getestet, die bereits im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickelt und untersucht wurden - darunter auch Chloroquin. "Repurposing" nennen Fachleute diese Herangehensweise, bei denen bereits für einen bestimmten Zweck getestete Mittel für einen anderen Zweck eingesetzt werden. Die Wirkung von Chloroquin gegen das neue Coronavirus wird derzeit auch in einer Studie der University of Oxford sowie am spanischen Lihir Medical Centre untersucht. Christian Drosten Bauchschmerzen. Ersten Erkenntnissen zufolge können sich Coronavirus-Patienten auch ohne medikamentöse Unterstützung von Covid-19 erholen. Eine korrekt angelegte klinische Studie benötige zudem genügend Probanden, um eine homogene Kontrollgruppe aufzubauen.

Bis ein offiziell zugelassenes Medikament - egal mit welchem Wirkstoff - verfügbar ist, dürften aber noch viele Monate vergehen. Man spart allerdings bei der Zulassung eines Präparats Zeit. "Ist ein Medikament bereits für eine andere Anwendung zugelassen, ist die Verträglichkeit geprüft und die technische Qualität belegt".

Bereits erforschte Wirkstoffe können also unter Umständen schneller in die Phase der klinischen Prüfung eintreten, in der das Mittel an größeren Patientengruppen getestet wird - und dann bei erfolgreicher Testung auch schneller zugelassen werden.

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