Deutsche Bank zahlt Mitarbeitern "nur" 1,5 Mrd. Euro Boni

Die Deutsche Bank sieht sich für Krise gut gerüstet

Angesichts der anhaltenden Kritik an den Boni kündigte die Deutsche Bank an, ihr Vergütungssystem zu überarbeiten.

Allerdings sei es derzeit "noch nicht möglich, sämtliche Folgen für die Gesamtwirtschaft abzuschätzen", erklärte Vorstandschef Christian Sewing am Freitag. Ein anhaltender Abschwung könnte die Bank "in erheblicher Weise" negativ beeinträchtigen, heißt es im Ausblick des Finanzberichts.

Die Deutsche Bank sieht sich mit Blick auf die Corona-Krise besser für wirtschaftliche Turbulenzen gerüstet als vor einem Jahr.

Die Deutsche Bank zahlt an ihre rund 88 000 Mitarbeiter für das vergangene Geschäftsjahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Boni aus.

Mitarbeiter kassierten eine Gesamtvergütung von mehr als einer Million Euro, einer davon kam auf eine Summe von mehr als 13 Millionen Euro.

Die Gesamtvergütung für den Vorstand, der im Jahresschnitt aus acht Managern bestand, belief sich 2019 auf rund 36 Millionen Euro. Das ist ein Drittel (35 Prozent) weniger als im Vorjahr. Ein Großteil wird mit Zeitverzug, abhängig vom Unternehmenserfolg ausgezahlt.

Trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr zahlt sich auch der Vorstand der Deutschen Bank für 2019 einen Bonus von insgesamt 13,3 Millionen Euro und damit rund halb so viel wie im Vorjahr, als die Vorstandsmitglieder 25,8 Millionen Euro bekamen.

Konzernchef Christian Sewing hatte bereits bei der Bilanzvorlage Ende Januar angekündigt, dass der Vorstand für das Jahr 2019 auf die individuelle erfolgsabhängige Vergütung verzichten wird. Sewing selbst erhielt fünf Millionen Euro - zwei Millionen weniger als 2018.

In turbulenten Zeiten verstärkt die Bank ihren Aufsichtsrat mit einem weiteren prominenten Vertreter: Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer soll in das Kontrollgremium einziehen.

Weimer wird in Medienberichten immer wieder als möglicher Nachfolger von Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner ins Gespräch gebracht. "Aber solange er Chef der Deutschen Börse ist, ist das ein glasklarer Interessenkonflikt", sagte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment dem "Handelsblatt".

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