Adidas und H&M zahlen wegen Corona keine Miete mehr - Wirtschaft

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"Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind".

Wenn diese Firmen ihre Mieten einfach nicht mehr zahlten, sei das unanständig und nicht akzeptabel, erklärte die SPD-Politikerin in Berlin. Der Präsident des Immobilienbesitzerverbandes Haus & Grund Deutschland, Kai Warnecke, warnte mit Blick auf das Vorgehen von Adidas: "Derartiges Gebaren darf keine Schule machen". Miete zahlen für Geschäfte, die nicht öffnen dürfen? Falls sie infolge der Krise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten gerieten, könne ihnen lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht gekündigt werden.

Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann kündigte an, er werde die Miet- und Nebenkostenzahlung für seine rund 1500 Filialen ab April für die Dauer der behördlich angeordneten Zwangsschließungen aussetzen. Den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach hat sich am Freitag der CSU-Politiker und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgeknöpft. Deichmann sprach von einer "präventiven Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten".

Adidas habe große Gewinne gemacht, betonte Scheuer.

Der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jan-Marco Luczak sieht in der Weigerung der großen Handelsunternehmen wie Adidas, H&M und Deichmann ein unsolidarisches Verhalten. Danach hatte der Vorstand angewiesen, ab April die Mietzahlungen für den Retail-Bereich in Ländern zu stoppen, in denen die Geschäfte wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben müssen.

Für den Fall wochenlanger Einschränkungen sagte der Unternehmenschef: "Das wird zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, deutlich schlimmer als in der Finanzkrise 2008/2009". "Wir schätzen jede Partnerschaft und hoffen, dass wir eine für beide Seiten einvernehmliche Lösung finden werden", erklärte die H&M-Sprecherin.Am Donnerstag wurde bereits bekannt, dass Adidas einen ähnlichen Weg geht.

Alle Großkonzerne nutzen die in dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie vorgesehene Möglichkeit zur Aussetzung der Miet- und Nebenkostenzahlungen. Miete, die in den nächsten drei Monaten nicht gezahlt wird, muss erst bis zum 30.06.2022 nachgeleistet sein.

Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) nannte das Vorgehen "rechtlich und moralisch bedenklich". "Die Vermieter bekommen es jetzt knallhart um die Ohren gehauen". Das "einseitige Vorpreschen" sei daher "wenig partnerschaftlich". Die Regelung bezieht sich auf Wohn- und Gewerbemieten und gilt zunächst bis Ende Juni.

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