Bericht: Tui vor Einigung für Staatshilfen

Die Zentrale der TUI Group in Hannover

"Die TUI AG hat heute die Zusage der deutschen Bundesregierung für eine Kreditlinie der KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten, um die die bestehende 1,75 Milliarden Euro Kreditvereinbarung der TUI aufgestockt werden soll".

Tui soll in der Corona-Krise kurz vor einer Einigung über staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe stehen. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW. Es müssten aber noch weitere Banken zustimmen. TUI habe sich zur Beantragung des KfW-Kredits entschlossen, "um die beispiellosen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzufedern, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann". Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin sagte, er könne bestätigen, dass die Bundesregierung den ersten großvolumigen Kreditantrag aus dem KfW-Sonderprogramm bewilligt habe. Der Konzern hatte schon Mitte März grundsätzlich beschlossen, im Kampf gegen die Krise Staatsgarantien beantragen zu wollen. Am Freitag hatte nun auch die Länderkammer grünes Licht gegeben. "Sie haben im Interesse unserer Kunden, Mitarbeiter und des Unternehmens schnell und lösungsorientiert gehandelt". Tui kündigte zudem an, dass Urlauber für den Mai gebuchte Reisen gebührenfrei verschieben können. Der Anbieter folgt damit anderen Großveranstaltern wie DER Touristik und FTI.

Wegen der Corona-Pandemie hat Tui sein Reisegeschäft sowie nahezu den gesamten Kreuzfahrt- und Hotelbetrieb eingestellt. Für zahlreiche Beschäftigte wurde Kurzarbeit angezeigt - in einigen Bereichen bis in den September hinein. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich für eine staatliche Unterstützung des Unternehmens mit Hauptsitz in Hannover ausgesprochen. Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Versicherungskreise berichtet, Rückversicherungen seien wegen des Geschäftsausfalls in der Corona-Krise und dem Bedarf an staatlicher Finanzhilfe des Reisekonzerns womöglich nicht mehr bereit, für dessen Versicherung von Pauschalreisezahlungen einzustehen. Die Buchungen sind im Keller, viele Länder haben den normalen Luftverkehr unterbrochen. Tui-Chef Fritz Joussen schlägt auch einen harten Sparkurs ein. Nun müsse unbedingt "das Geld zusammenhegalten" werden, sagte er kürzlich. Die Tui-Aktien reagierten am Donnerstag mit Kursgewinnen auf die Nachricht, dass der Reiseveranstalter nun konkrete Hilfen bekommen könnte.

Tui Deutschland hatte in der vergangenen Woche die Absage sämtlicher Reisen bis zunächst 30. April 2020 verlängert. Wie mögliche Storno-Regelungen aussehen könnten, war zuletzt noch unklar. Der Konzern betonte, dass es für geleistete Kundenzahlungen eine hinreichende Versicherungsdeckung gebe.

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