Dramatische Situation | Patienten über 80 werden nicht mehr beatmet

Ein Leichenwagen steht vor dem Notdienst eines Krankenhauses in Straßburg. Patienten die älter sind als 80 Jahre und an Covid-19 erkrankt sind werden hier nicht mehr beatmet

Aus ihrer Sicht könnte dies bald auch in Deutschland drohen. Es habe bisher keine Überlastung gegeben.

Die deutschen Katastrophenmediziner besuchten die Universitätsklinik in Straßburg schon am Montag. Das Elsass gilt als das Coronavirus-Zentrum in Frankreich.

Die Zustände an der Universitätsklinik in Straßburg im Elsass sind derzeit offenbar kritisch. Sie berichten in dem Papier von einer "greifbaren Gefahr" durch das Virus. Unter Annahme, dass sich die Entwicklung im Elsass bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von "allerhöchster Dringlichkeit".

Nadelöhr seien die zu beatmenden Patienten, heißt es in dem Papier. Die beatmungspflichtigen Patienten seien zwischen 19 und 80 Jahren alt, wobei drei von 90 Patienten unter 50 Jahren alt seien und keine Vorerkrankungen aufwiesen. Diese Vorgehensweise betreffe auch Menschen in Pflegeheimen, die über 80 sind und beatmet werden müssten. Durch den Rettungsdienst sollen die Infizierten eine "schnelle Sterbebegleitung" erhalten. Das Vorgehen wird durch die Ethikkommission mit hoheitlichem Status verantwortet.

Der Leiter der chirurgischen Anästhesie, Paul Michel Mertes, verwies Informationen der Nachrichtenagentur epd zufolge auf die medizin-ethischen Kriterien der Klinik. Außerdem berichten sie, dass Patienten, die älter als 80 Jahre alt sind, nicht mehr beatmet würden.

Stündlich muss im Elsass ein Patient mit schweren Atemproblemen in Spitälern aufgenommen werden, der kurz danach an die Beatmungsmaschine muss. Derzeit ist die Klinik allerdings dabei, ihre Kapazitäten auszubauen. Am Universitätsklinikum wird pro Tag nur noch eine lebenswichtige Bypass-Operation durchgeführt, es gibt keine Tumor-Chirurgie mehr und keine ambulanten Operationen. Auch das Gebiet Champagne-Ardenne, die an Belgien grenzt, gilt als Risikogebiet. Von Straßburg aus wurden rund 20 Patienten am Donnerstag mit einem medizinisch umgerüsteten TGV-Hochgeschwindigkeitszug in mehrere Orte im Westen Frankreichs gebracht. Das Robert-Koch-Institut hat die Region, die an Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, bereits vor rund zwei Wochen als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Dieser Zustand sei jedoch mit der Situation der Kliniken in Baden-Württemberg nicht vergleichbar, da Deutschland sich sehr früh um eine Eindämmung bemüht habe und die Epidemie in Frankreich weiter fortgeschritten sei.

Die regionale Gesundheitsbehörde der Region Grand Est meldete bis Mittwoch 3.068 Corona-Patienten in Krankenhäusern. Rund 651 davon seien auf Intensivstationen untergebracht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte bei einem Besuch einer neuen mobilen Armeeklinik am Mittwochabend im elsässischen Mülhausen (Mulhouse) eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung an. In der Region kamen nach offiziellen Angaben mehr als 500 Menschen durch das Coronavirus ums Leben.

Intensivmedizinern und Notärzten komme in der Krise eine Schlüsselrolle zu, berichten die Katastrophenmediziner weiter. Deshalb müsse für diese Fachkräfte eine Sonderrolle gelten. Frankreich gestattet auch mit Coronavirus infizierten Ärzten die Arbeit.

Darin heißt es: "Nach aktuellem Stand der Erkenntnisse zur Covid-19-Pandemie ist es wahrscheinlich, dass auch in Deutschland in kurzer Zeit und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen für alle Patienten zur Verfügung stehen, die ihrer bedürften". "Einzig bei bestätigter Infektion und eigenen Symptomen wird die Arbeit wenige Tage unterbrochen", schreiben die Mediziner über den französischen Rettungsdienst.

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