Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" geht weiter

Kreuzfahrtschiff von Bonner Reiseveranstalter Passagiere der MS Artania sollen nach Deutschland geflogen werden

Florida will das Schiff nicht anlegen lassen. Sein Bundesstaat könne es sich nicht leisten, dass Bettenkapazitäten von Menschen aufgebraucht würden, die nicht aus Florida kommen. Er sei mit dem Weißen Haus in der Sache in Kontakt.

Das Drama um zwei Kreuzfahrtschiffe in der Karibik mit rund 2500 Besatzungsmitgliedern und Passagieren an Bord spitzt sich zu. Dies schloss aber auch der Bürgermeister der Stadt aus.

Erst nach langen Verhandlungen wurde am Sonntag die Durchfahrt durch den Panamakanal vom Pazifik in die Karibik genehmigt.

Nach dem Coronaverdacht von 46 Menschen auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff "Artania" vor Australien soll eine Rückholaktion der nicht-infizierten Passagiere starten. Mehrere hundert Menschen hätten über "Sanitäts-Gänge" das Schiff gewechselt. Insgesamt sind demnach neun Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte unterdessen vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. Auf der "Zaandam", die zusammen mit dem Schwesterschiff "Rotterdam" unterwegs ist, ist die Zahl der Corona-Infizierten nach Angaben des Betreibers Holland America Line inzwischen auf acht gestiegen. Auf der "Zaandam" verblieben 450 Passagiere und 602 Besatzungsmitglieder, darunter 193 Passagiere mit grippeartige Symptomen. Von den vier seit dem Auslaufen des Schiffs in Argentinien vor drei Wochen verstorbenen Passagieren ist die Todesursache immer noch nicht bekannt. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Montag gesagt, er hoffe, dass die Passagiere in Fort Lauderdale von Bord gehen und dann ausgeflogen werden könnten. Die Verwaltung des Hafens von Fort Lauderdale hatte sich zuletzt offen für eine Aufnahme des Schiffes gezeigt, aber mehrere Bedingungen zu Versorgung und Abtransport der Passagiere gestellt. Die beiden hatten am Wochenende einen Hilferuf per Video auf Instagram veröffentlicht. "Auf uns warten zu Hause fünf Kinder und 14 Enkel, ich bitte um Hilfe!" Die meisten Passagiere sind Deutsche.

Die Schiffe nahmen am Dienstag weiter Kurs auf Florida. An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden". Es wird damit gerechnet, dass sie am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen Ortszeit in Fort Lauderdale eintreffen. Das deutsche Kreuzfahrtschiff befindet sich seit Donnerstag in Freemantle südlich von Perth.

Die "Zaandam" war Anfang März von Buenos Aires nach San Antonio in Chile aufgebrochen.

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