Kritik an Adidas und Co.: Weniger Miete zahlen? Jetzt äußert sich Deichmann

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht

Dazu haben aktuell selbst erfolgreiche.

Derzeit wagt niemand eine Prognose, wann und in welchem Umfang die Adidas-Geschäfte wieder öffnen. Sie stoppen die Überweisungen. Mittlerweile ist Adidas allerdings zurückgerudert und will zumindest privaten Vermietern auch während der Coronakrise in den nächsten Monaten wie gewohnt die Miete zahlen, wie Vorstandschef Kasper Rorsted mitteilte. "Das ist überhaupt nicht der Fall", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) übte scharfe Kritik am Sportartikel-Hersteller Adidas. Die Ankündigung des Unternehmens, die Mietzahlungen vorerst einzustellen, sei "eine völlig inakzeptable Botschaft".

Vertreter großer Handelsketten und Unternehmen haben ihre Ankündigung verteidigt, im Zuge der Coronavirus-Pandemie keine Mieten mehr für ihre Ladenlokale zu zahlen. Damit würden in 96% der insgesamt rund 4200 Filialen - allein 1500 in Deutschland - keine Umsätze mehr erwirtschaftet. Deichmann sprach von einer "präventiven Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten".

Ab 6. April gehen die Deichmann-Mitarbeiter in Kurzarbeit, alle 1.500 Filialen in Deutschland seien geschlossen. Dem Unternehmen wird unsoziales Verhalten vorgeworfen, da es finanziell gut dastehe und auch kleinere Privatpersonen an Adidas vermieten. "Mit einigen Vermietern haben wir bereits für beide Seiten tragbare Lösungen gefunden und wir sind sicher, dass wir mit allen eine Einigung erzielen werden". Ein versteckter Hinweis, dass es andere große Handelsketten gibt, die jetzt weniger am öffentlichen Pranger stehen. "Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind".

Kritik wurde auch laut an anderen Konzernen, von denen bekannt wurde, dass sie Mietzahlungen vorübergehend nicht leisten würden. "H&M agiert im Rahmen der Corona-Hilfsgesetze, die kürzlich beschlossen wurden. Dann ist der Immobilienmarkt am Ende".

Die Corona-Krise trifft nicht nur Kleinunternehmer, sonder auch die ganz großen Fische - wie Weltkonzern Adidas. Sollte die Epidemie länger dauern, könnte dieser Zeitraum auch verlängert werden. Mieter bleiben also weiterhin zur Zahlung verpflichtet und können auch in Verzug geraten.

Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums betonte, dass Mieter durch die neuen Regelungen nicht von ihrer Pflicht zur Mietzahlung freigestellt seien.

"Falls ein Vermieter nicht in der Lage ist, eine Stundung wirtschaftlich zu verkraften, werden wir ihm helfen, und dann werden wir auch die Miete zahlen", sagte Deichmann. Vermieter haben demnach das Recht, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob bei den betroffenen Mietern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Ihre Äußerungen gegenüber Unternehmen wie Adidas oder Deichmann seien "in höchstem Maße erschreckend und falsch". Es ist daher möglich, dass in großem Stil ausbleibende Mietzahlungen durch Adidas, Deichmann und Co. letztlich auch Banken infizieren. Darunter: der Schuh-Riese Deichmann und die Modekette C&A.

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