Lufthansa verkündet Schrumpfungspaket - Germanwings-Aus beschlossen

Leitwerke von Germanwings und Eurowings

Damit will sich die Fluggesellschaft, zu der auch die Swiss gehört, auf die dauerhaft sinkende Nachfrage nach Flugreisen einstellen. Davon geht jedenfalls die Deutsche Lufthansa aus und passt sich schon jetzt frühzeitig an die künftig zu erwartenden Bedingungen an.

Der Vorstand erwartet keine schnelle Rückkehr der Luftverkehrsindustrie auf das Niveau vor der Coronakrise. Nach seiner Einschätzung werde es Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht.

Daraus zieht das Unternehmen Konsequenzen und hat am späten Dienstagnachmittag ein erstes Restrukturierungspaket bekannt gegeben. Die Eurowings wird ebenfalls die Zahl ihrer Flugzeuge weiter reduzieren. Die Gewerkschaften kritisierten den Konzern dafür, keine Kurzarbeit vereinbart zu haben, um den Betrieb bei Germanwings zu sichern.

Bei der Lufthansa Kern-Airline werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kämen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Die 1996 gegründete Germanwings mit dem Heimatflughafen Köln/Bonn gehörte seit Oktober 2015 zu Eurowings und war auch im Billigsegment tätig. Beide Gesellschaften arbeiten unter anderem an der Reduzierung ihrer Flotten.

Zudem soll die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, nun beschleunigt umgesetzt werden, teilte Lufthansa mit. Mit diesem Schritt reduziert Lufthansa ihre Kapazitäten an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München. Dies soll über die verzögerte Auslieferung von bereits bestellten Kurz- und Mittelstreckenmaschinen sowie möglicherweise über eine vorgezogene Ausmusterung ältere Flugzeuge geschehen. Man wolle sich nun mit den Sozialpartnern beraten, wie es für die Beschäftigten weitergeht, so Lufthansa. Aber auch ein deutlicher Arbeitsplatzabbau dürfte bei den Gesprächen im Raum stehen. Mögliche Staatshilfen müssen - je nach Ausgestaltung - das Plazet der EU-Kommission bekommen. Zu den klassischen Konditionen gehört aus Sicht von Brüssel ein Gesundschrumpfen, wenngleich der Lufthansa-Konzern vor Ausbruch der Krise ein gesundes Unternehmen war, das allerdings in einem hart umkämpften Markt operierte. Eigentlich sollte für den Carrier, der einst die Billigfluggesellschaft der Lufthansa Group war, eine Bestandsgarantie bis 2022 gelten.

Dazu solle über neue Beschäftigungsmodelle verhandelt werden.

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