Deutsche Bank übertrifft Erwartungen: 66 Mio. Euro Gewinn

Gemäß Mitteilung erzielte die Deutsche Bank im ersten Quartal 2020 Erträge von 6,4 Milliarden Euro, deutlich mehr als die Analysten mit 5,7 Milliarden zuvor geschätzt hatten.

In den Monaten Januar bis März erzielte die Deutsche Bank nach vorläufigen Zahlen ein Ergebnis vor Steuern von 206 Millionen Euro. Diese hatten wegen der Folgen der Corona-Krise mit einem Verlust gerechnet. Die Branche rechnet im Laufe des Jahres mit höheren Kreditausfällen und Firmenpleiten.

Details zum Geschäft will das Institut erst am Mittwoch nennen, dem ursprünglich für die Quartalszahlen geplanten Termin.

Überraschen konnte die Bank vor allem mit hohen Erträgen, die mit 6,4 Milliarden Euro sogar etwas höher ausfielen als vor einem Jahr.

Analysten hatten dagegen im Schnitt einen Verlust vor Steuern von fast 269 Millionen Euro erwartet. Dieser Erwartung trat die Deutsche Bank mit ihrer Ad-Hoc-Mitteilung am Sonntag Abend ausdrücklich entgegen. Euro, so viel wie im ersten Quartal 2019. Investoren und Branchenkenner hatten kritisiert, die Bank habe ein Ertragsproblem und spare sich kaputt. "Die Coronapandemie dürfte dazu geführt haben, dass Kunden mehr Transaktionen abgeschlossen haben". Auch bei den US-Banken hatte sich das in den Quartalsergebnissen gezeigt. Allerdings haben Häuser wie JPMorgan und Goldman Sachs der Deutschen Bank auch Marktanteile abgeknöpft. Analyst Abouhossein vermutet, dass auch ein starker Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen dazu beigetragen haben könnte. Der Vertrieb habe einen "sehr guten Start ins Jahr hingelegt", sagte der Chef der deutschen Privatkundensparte, Manfred Knof, dem "Handelsblatt".

Negative Folgen hat die Corona-Pandemie bei der Deutschen Bank bereits mit Blick auf zu erwartende Kreditausfälle. Das ist mehr als erwartet, liegt aber nach Einschätzung von Portfoliomanager Andreas Thomae von der Fondsgesellschaft Deka noch im Rahmen. US-Institute legten teilweise mehrere Milliarden auf die Seite für drohende Kreditausfälle, jedoch steigt die Arbeitslosigkeit in den USA wegen der Krise massiv an und Privatkunden sind deutlich stärker verschuldet. Doch kippt die Wirtschaft und können Schuldner plötzlich nicht mehr zahlen, wird es gefährlich für die finanzierenden Banken. Den Bankbilanzen drohe "großes Ungemach". Die Bundesvereinigung mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen ihrer derzeit 30 im Kredithandel tätigen Mitgliedsunternehmen in Deutschland.

Die Doppeltürme "Soll" und "Haben" der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Der Kapitalpolster der Bank schrumpfte unter anderem wegen der Belastungen aus der Coronavirus-Krise per Ende März auf 12,8 Prozent von 13,6 Prozent. "Wir sind fest entschlossen, unsere Bilanz zu nutzen, um Kunden zu unterstützen, die uns jetzt ganz besonders brauchen", teilte er am Montag mit. "Durch diese Entscheidung könnte unsere harte Kernkapitalquote vorübergehend unser Ziel von mindestens 12,5 Prozent leicht unterschreiten, ohne die solide Bilanz unserer Bank zu schwächen". Auch die geplante Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 4,5 Prozent werde die Bank wahrscheinlich nicht schaffen.

Damit haben die Aufseher ihr Spielraum gegeben, um die Kreditvergabe in der Krise auszuweiten.

Analyst Pläsier warnte davor, dass die Kernkapitalquote der Deutschen Bank in Richtung elf Prozent abschmilzt. "Das könnte dazu führen, dass wieder Fragen über die Kapitalstärke und Spekulationen über eine Kapitalerhöhung aufkommen". "Banken sind die geborenen Verlierer dieser Viruskrise". Zumal der Kapitalaufbau für die Deutsche Bank schwieriger sein dürfte als für andere Institute, weil die deutschen Banken traditionell weniger verdienten als die europäischen und amerikanischen Konkurrenten. Die Commerzbank traf es härter, deren Kreditwürdigkeit stuften die Ratingexperten auf "BBB+" zurück.

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