BIP: Deutsche Wirtschaft schrumpft wegen Corona-Krise um 2,2 Prozent

Rezession in der Eurozone

Dabei ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal so stark geschrumpft wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

"Das war der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung", wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte.

Im Vergleich zu anderen großen Euro-Ländern fällt der aktuelle Rückgang allerdings gering aus: Frankreich als die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone stürzte um 5,8 Prozent ab, die Nummer drei Italien um 4,7 Prozent.

Ökonomen gehen davon aus, dass der Absturz im zweiten Quartal, als die Corona-Maßnahmen erst richtig durchschlugen, dramatisch ausfallen wird. Das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft im Währungsraum knickte von Jänner bis März um 2,2 Prozent zum Vorquartal ein.

Den Angaben nach gingen vor allen die privaten Konsumausgaben zurück, ebenso wie Investitionen in Ausrüstungen, worunter Maschinen, Geräte und Fahrzeuge verstanden werden. Auch Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser rechnet damit, dass ein Großteil der Auswirkungen erst im April zu Buche schlagen wird.

Volkswirte der Deutschen Bank rechnen im zweiten Vierteljahr mit einem BIP-Einbruch um 14 Prozent zum Vorquartal.

Die Forderungen nach einem staatlichen Konjunkturprogramm werden lauter. "Ein kräftiger Impuls durch ein Konjunkturprogramm wird notwendig sein, um noch größeren Schaden abzuwenden".

Der Abwärtstrend werde sich im Frühjahr "zunächst noch verstärken", erwartet auch das Wirtschaftsministerium. "Dennoch wird sich der Erholungsprozess über einen längeren Zeitraum erstrecken". Die Bundesregierung hatte umfassende Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Corona-Folgen abzufedern. Die deutsche Regierung erwartet deshalb heuer die schwerste Rezession der Nachkriegszeit: Das Bruttoinlandsprodukt soll um 6,3 Prozent einbrechen.

Die Angst vor Kurzarbeit oder gar Arbeitsplatzverlust dämpft die Stimmung der Verbraucher. Die Corona-Pandemie könnte die Kauflaune der Menschen noch längere Zeit beeinträchtigen: Jeder Dritte glaubt einer GfK-Befragung zufolge, dass sich seine finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Der deutsche Export hatte bereits 2019, belastet von internationalen Handelskonflikten und der Abkühlung der Weltkonjunktur, an Tempo verloren. Im Schlussquartal 2019 ging die Wirtschaftsleistung nach neuer Berechnung der Wiesbadener Behörde gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurück.

Das ist der stärkste Rückgang seit dem Start der Aufzeichnungen 1995.

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