Galeria Karstadt Kaufhof: Fast die Hälfte soll schliessen

Die Filiale von Galeria Kaufhof in Kassel

Das geht aus einem ersten Sanierungskonzept hervor, dass am Freitag dem Gesamtbetriebsrat und anderen Gremien vorgelegt wurde. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus dem Unternehmensumfeld.

Zuerst haben die Wirtschaftswoche und der Spiegel darüber berichtet. Finale Beschlüsse gebe es jedenfalls noch keine.

Schock für die Beschäftigen der letzten deutschen Warenhauskette.

Die Geschäftsleitung hatte die Mitarbeiter bereits Anfang der Woche auf die Schließung von Warenhäusern und einen Abbau von Stellen eingestimmt. In einem Brief an die Mitarbeiter berichtete die Unternehmensführung am Montag, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klar gemacht, dass es angesichts der Corona-Krise "leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss".

Die radikalen Einschnitte beim Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof betreffen einem Bericht zufolge auch die Karstadt-Sports-Filialen und die Reisebüros des Konzerns.

Bei Verdi sorgten die Pläne der Warenhaus-Sanierer für Empörung. Die Umsätze der vergangenen acht Wochen, darunter das wichtige Ostergeschäft, fehlten, der Rückstand sei nicht aufzuholen. Eine der Einschätzungen der User: "Aber wenn es nicht bald gelingt die Frage zu beantworten, für was steht Karstadt/Kaufhof und wieso braucht man Karstadt/Kaufhof, wird das klassische Warenhaus ( vielleicht mit wenigen Ausnahmen) untergehen". "Insgesamt dürfte sich der Umsatzverlust auf bis zu einer Milliarde Euro erhöhen", räumte die Geschäftsleitung ein. In dem Schreiben an die Belegschaft beziffere der Konzern die coronabedingten Umsatzeinbußen bisher auf eine halbe Milliarde Euro - und die Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern dauert laut Klemt an. Der Konzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors Rene Benko.

Die Städte seien daran interessiert, die Innenstädte für Bewohner und Besucher attraktiv zu halten und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.

Mit dieser Sonderform eines Insolvenzverfahrens ist Galeria Karstadt Kaufhof seit 1. April vor den Forderungen der Gläubiger geschützt. Wenn Häuser tatsächlich nicht weitergeführt werden könnten, seien rasche Gespräche des Unternehmens mit den Städten über eine künftige Nutzung nötig. Mit den Warenhaus-Vermietern werde über Mietminderungen gesprochen.

"Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen", sagte das Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi, Stefanie Nutzenberger.

Sie kündigte harten Widerstand gegen die Schließungspläne an und verlangte dabei Unterstützung von der Politik. "Hier sind alle gefordert, von den Bürgermeistern bis hin zur Bundespolitik".

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