Félicien Kabuga: Mutmaßlicher Drahtzieher des Völkermords in Ruanda festgenommen

Gebeine von Opfern des Völkermords in einer ruandischen Gedenkstätte

Felicien Kabuga war einer der wichtigsten Angeklagten vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Völkermord in Ruanda ist einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen gefasst: Der 85-jährige Félicien Kabuga wurde in der Nähe von Paris verhaftet, wie die französische Staatsanwaltschaft und die Polizei mitteilten. Er soll den Völkermord mitfinanziert haben und galt als einer der meistgesuchten Männer der Welt. Gegen Kabuga gab es zuletzt einen internationalen Haftbefehl und die USA hatten ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar auf Kabuga ausgesetzt. Kabuga wird vorgeworfen, die Milizengruppe gegründet zu haben, der die Hauptverantwortung für den Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 zugeschrieben wird.

Eine Frau steht vor der Gedenktafel des Völkermordes an den Tutsi.

Kabuga stand auch einem Fonds zur nationalen Verteidigung vor, der Gelder für die Finanzierung der berüchtigten Interahamwe-Miliz beschaffte. Er soll auch große Mengen an Macheten importiert haben, mit denen später Massaker verübt wurden.

Seine Festnahme sei das Ergebnis einer umfangreichen Operation mit mehreren Durchsuchungen gewesen, so das UN-Tribunal. Ein Mitarbeiter der Anklagebehörde in Den Haag sagte, Kabuga werde voraussichtlich vom Nachfolgegremium des Strafgerichtshofs in Arusha der Prozess gemacht. Diejenigen, die für Völkermord verantwortlich seien, würden zur Rechenschaft gezogen - dies gelte auch 26 Jahre nach den begangenen Verbrechen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sprach von einem "Meilenstein in der Aufarbeitung des Völkermords in Ruanda". "Es ist beschämend, dass es 26 Jahre gedauert hat, Félicien Kabuga zu fassen", sagte Direktor Ulrich Delius.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte die Festnahme ein starkes Signal dafür, dass Täter auch nach Jahrzehnten zur Rechenschaft gezogen werden können.

Brammertz ist für den sogenannten Internationalen Residualmechanismus in Den Haag tätig, den Rechtsnachfolger der Internationalen Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda. Seit der Eröffnung des Gerichts wurden 93 Personen angeklagt. Kabuga befand sich seither auf der Flucht und soll sich in dieser Zeit unter anderem in Deutschland, Belgien, Kenia, Kongo und der Schweiz aufgehalten haben. Das Tribunal besitzt selbst keine Polizeikräfte und ist deshalb auf die Mitarbeit von Staaten angewiesen.

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