Softwareprobleme: VW muss Auslieferung von Golf stoppen

Der Golf 8

Nach Angaben aus Konzernkreisen müssen womöglich mindestens 30.000 Exemplare des Golf 8 in die Werkstatt zurück. Bei der Produktpremiere im Oktober hatte VW-Markenchef Ralf Brandstätter betont, die Einführung der kommenden Golf-Generation sei neben der elektrischen ID-Familie "die strategisch bedeutsamste". Grund sind Probleme mit dem elektronischen Notrufassistenten eCall.

VW bestätigte den Lieferstopp am Nachmittag.

Bei internen Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass es bei einzelnen Fahrzeugen des Modells "zu einer nicht verlässlichen Datenübertragung der Software" am Steuergerät der Notruffunktion kommen könne, teilte der Autobauer mit.

Dies habe dazu geführt, dass der E-Call-Assistent, mit dem der Fahrer Notrufe absetzen kann, teilweise nicht richtig funktioniere.

Der Konzern muss sich nun auch auf einen möglichen Rückruf einstellen: Eine Entscheidung des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hierzu und zu einer Abhilfemaßnahme per Softwareupdate stehe in den nächsten Tagen an.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hingegen hatte kurz zuvor von massiven Softwareproblemen beim Golf 8 gesprochen.

Für den wirtschaftlichen Erfolg des Volkswagen-Konzerns spielt der Golf eine große Rolle. Als Hauptgrund nannte die Mitarbeitervertretung dabei Software- und Elektronik-Störungen. Die Zahlen seien ein Trauerspiel. Bei den Personenwagen-Neuanmeldungen gibt es zahlreiche Eigenheiten, wie Importe, Kurzzeitzulassungen oder Privat- und Firmenzulassungen. Hierbei handle es sich um einen sogenannten Compliance-Fall, da neue Modelle in der EU seit zwei Jahren über eine solche Notrufeinrichtung verfügen müssen. Als Elektroauto gibt es den Golf nicht - aber digital vernetzt soll er sein. Entsprechend habe VW am Donnerstag unverzüglich den Stopp erlassen. "Wer so mit dem Golf spielt, spielt auch mit den Arbeitsplätzen der Beschäftigten", hatte er gesagt. Die fertigen Autos sollen dann bis zum Update zwischengeparkt werden.

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