USA - Trump droht WHO mit endgültigem Zahlungsstopp und Austritt

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Chinas Präsident Xi Jinping hatte zum Auftakt der WHO-Tagung dagegen zu größerer Unterstützung der WHO aufgerufen und die Bereitstellung von zusätzlich zwei Milliarden Dollar (1,85 Mrd Euro) Corona-Hilfen für die ärmeren Länder angekündigt. Trump wirft der Sonderorganisation der Vereinten Nationen schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung und China-Hörigkeit vor. Insbesondere kritisierte er die mangelnde Transparenz der Gesundheitsorganisation sowie fehlende Unabhängigkeit von China. Amerikas Präsident setzt der WHO zudem eine Frist - und sorgt mit einer Erklärung zu seiner eigenen Coronavirus-Prophylaxe für Aufsehen. Ein Nutzer bezeichnete Trump als harten Kämpfer, den man in diesen Zeiten dringend benötigen würde. Diese Überprüfung habe viele seiner Bedenken bestätigt, erklärte Trump nun. "Die Vereinigten Staaten wissen ihre Anstrengungen und Transparenz zu schätzen".

"Es ist klar, dass die wiederholten Fehltritte, die Sie und Ihre Organisation sich bei der Reaktion auf die Pandemie geleistet haben, die Welt extrem teuer zu stehen gekommen sind", erklärte Trump in seinem Brief an Tedros.

Trump selbst fiel in der Krise vor allem durch seine teils absurde Krisenkommunikation vor. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump im Weissen Haus weiter. Er habe "sehr gute Dinge" über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, sagte Trump. Ende April warnte die amerikanische Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) allerdings vor dem angeblichen Wundermittel: Es gebe keine belastbaren Beweise einer Wirksamkeit gegen Covid-19, das Mittel erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen, hieß es. Trumps Angst vor einer Ansteckung ist indes nicht unbegründet.

Was Trump sich konkret bei der WHO unter den geforderten "wesentlichen Veränderungen" vorstellt, bleibt vage. Er forderte eine unabhängige Untersuchung über die Rolle Chinas und der WHO bei der Ausbreitung des Virus. Der Verweis auf die frühere WHO-Chefin Harlem Brundtland macht deutlich, dass er "kühne" Entscheidungen von der WHO und auch mal Kritik an China erwartet. Die Regierung in Washington habe bereits Gespräche über eine Reform der Organisation gestartet. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", erläuterte der US-Präsident. "Ich kann nicht zulassen, dass amerikanische Steuerzahler für eine Organisation bezahlen müssen, die nicht die amerikanischen Interessen vertritt", so Trump.

Das Budget der in Genf ansässigen WHO besteht nach eigenen Angaben zu weniger als einem Viertel aus den verpflichtenden Beiträgen der Mitgliedsstaaten. Die USA sind der größte Zahler: Für die Jahre 2020 und 2021 sind jeweils knapp 116 Millionen US-Dollar fällig. Chinas Beitrag liegt für diese beiden Jahre bei jeweils rund 57 Millionen Dollar. Hinzu kommen freiwillige Beiträge, die sich im Fall der USA laut WHO in den Jahren 2018 und 2019 auf insgesamt mehr als 656 Millionen Dollar beliefen. Bis Montag waren mehr als 4,7 Millionen Menschen weltweit infiziert, und mehr als 315.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben.

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