Den Grünen reicht Lufthansas Steueroasen-Liste nicht

Mitten in den Verhandlungen über eine staatliche Rettung schafft die Lufthansa Transparenz über Geschäftstätigkeiten in sogenannten Steueroasen. Die am Dienstag vorgelegte Liste von Lufthansa-Tochtergesellschaften führe nicht zu echter Steuertransparenz, erklärte die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Lisa Paus, in Berlin. Es handle sich um die Länder oder Gebiete, die auf der EU-Liste der nicht kooperativen Länder und Gebiete für Steuerzwecke geführt werden.

Damit reagiere das Unternehmen auf Forderungen einiger Politiker, erklärte die Lufthansa in Frankfurt. (Geschäftszweck: Holdinggesellschaft zu 100 Prozent im Besitz der LSG Group) sowie LSG Lufthansa Service Guam Inc. Die am Dienstag präsentierte Liste enthält operative Einheiten des Caterers LSG Sky Chefs in Panama und Guam sowie mehrere Beteiligungen auf den Cayman Islands/Virgin Islands. So verfolge die LSG Group als weltweit tätiger Cateringspezialist die Strategie, Gesellschaften dort zu gründen, wo dies aus operativen Gründen geboten sei. "Selbstverständlich werden in allen Ländern, in denen der Lufthansa Konzern tätig ist, die nationalen und internationalen Rechts- und Steuervorschriften beachtet". Bei Standortentscheidungen der Lufthansa Group spielen verschiedenste Parameter eine Rolle.

Die Lufthansa hatte am Donnerstag offiziell bestätigt, dass sie mit dem deutschen Staat über ein Rettungspaket mit einem Volumen von neun Milliarden Euro verhandelt.

Vor einer Staatshilfe müssten Unternehmen offenlegen, in welchem Land sie welchen Gewinn machen und wie viele Steuern sie zahlen, verlangte die Oppositionspolitikerin.

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