Volkswagen: Verfahren gegen VW-Spitze soll eingestellt werden

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Hans Dieter Pötsch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG

Laut Anklage sollen sie die VW-Aktionäre zu spät über das Ausmaß des Dieselskandals informiert haben - doch nun soll das Verfahren gegen die Konzernspitzen Diess und Pötsch eingestellt werden. Das Verfahren gegen den Vorstands- und den Aufsichtsratschef des Volkswagen-Konzerns wird nach Recherchen des manager magazins eingestellt. Herbert Diess (61) und Hans Dieter Pötsch (69) zahlen jeweils 4,5 Millionen Euro und müssen sich dafür nicht vor Gericht verantworten, heißt es in Justiz- und Unternehmenskreisen.

Ein Sprecher des Kontrollgremiums von Volkswagen bestätigte, dass es eine Einigung zwischen den beiden Angeklagten, der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht Braunschweig gebe. Wenige Monate später ist das Verfahren für zwei der drei Angeklagten vorbei. Das zuständige Landgericht Braunschweig und die Staatsanwaltschaft hätten der Einstellung genauso zugestimmt wie die Angeschuldigten, hieß es weiter. Sowohl bei Anklageerhebung im September 2019 als auch heute habe der strafrechtliche Berater und Vertreter des Unternehmens erklärt, dass die Vorwürfe nicht begründet seien.

Die Kanzlei Gleiss Lutz, die VW in dem Fall beriet, sei überdies überzeugt, dass Diess und Pötsch auch zivilrechtlich "keine Pflichten gegenüber der Volkswagen AG verletzt" hätten. Auch der frühere VW-Chef Winterkorn ist wegen Marktmanipulation angeklagt. In seinem Fall soll es bisher keine Einigung über ein Verfahrensende gegen Zahlung einer Geldauflage geben. Am Tag der Anklage hatte Winterkorns Anwalt die Vorwürfe "mit aller Entschiedenheit" zurückgewiesen.

Das Ausmaß des Skandals: Millionen Fahrzeuge weltweit waren betroffen, viele Besitzer von VW-Aktien mussten Kursverluste hinnehmen. Volkswagen übernehme die Zahlungen für Diess und Pötsch.

Am 18. September 2015 wurden die Manipulationen bekannt - die Manager standen im Verdacht, trotz möglicher Hinweise lange vor diesem Datum nicht auf die drohenden finanziellen Risiken eingegangen zu sein.

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