Automobilzulieferer ZF will weltweit bis zu 15.000 Stellen streichen

Autozulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen streichen. Das Logo der Friedrichshafen AG Der Konzern plant offenbar einen massiven Stellenabbau

Einer der größten Autozulieferer der Welt kommt wegen Corona heftiger ins Schleudern als gedacht: ZF hat am Donnerstag einen Brandbrief an die Belegschaft geschickt.

Der Automobilzulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen, die Hälfte davon in Deutschland. Was das für die Werke in Schweinfurt mit zusammen gut 9000 Beschäftigten bedeutet, ist noch nicht klar.

Der Vorstand macht sich offenbar Sorgen, dass die Banken und andere Gläubiger die Kredite kündigen, die ZF Friedrichshafen für die milliardenteuren Zukäufe von TRW und Wabco in den vergangenen Jahren aufgenommen hat. Zuerst hatten der "Südkurier" und die "Saarbrücker Zeitung" über den geplanten Stellenabbau berichtet. Ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats von ZF Friedrichshafen sagte, man werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Die Konzernführung begründe die Pläne für den Stellenabbau mit den Umsatzeinbrüchen in Folge der Coronakrise.

Der Vorsitzende des Betriebsrats bei ZF, Achim Dietrich, zeigte sich "genauso wie die Belegschaft " überrascht. Zu Jahresbeginn beschäftigte der ZF-Konzern knapp 148.000 Menschen, knapp 51.000 davon im Inland.

In dem Gespräch am Vortag habe der Vorstand von einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent über das Gesamtjahr gesprochen. "Das sind 8 Milliarden Euro", erklärte Dietrich. Die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2020 seien gut gelaufen, der April sei "grottenschlecht" gewesen. Denn die Krise werde länger dauern.

"Kurzfristig wird das Unternehmen zusätzliche Beiträge aus dem Kreis der Mitarbeiter brauchen, um das Jahr 2020 zu bewältigen". Details würden in den nächsten Wochen mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, heißt es demnach weiter in dem Mitarbeiterschreiben. Bis spätestens August, so heißt es von Insidern, sollen die konkreten Pläne beschlossen werden. Auch dazu, wie sich die Entscheidung auf den Standort Saarbrücken auswirken wird, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

ZF produziert zum Beispiel Getriebebremsen. "Im Vordergrund steht für uns, jeden Arbeitsplatz in Saarbrücken zu sichern", so der Saarbrücker Betriebsratschef Mario Kläs. Bis Ende 2022 sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF an den meisten Standorten ausgeschlossen.

Related:

Comments

Latest news

Peinliche Panne bei Budget-Abstimmung in Österreichs Nationalrat
Unmittelbar vor dem Beschluss des ersten ÖVP-Grünen-Budgets ist die Sitzung des Nationalrats gestoppt worden. Zu diesem Zeitpunkt war der größere Teil der Budgetabstimmung bereits abgeschlossen, wie der ORF berichtet.

Merkel mahnt: "Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie"
Zugleich unterstrich der SPD-Politiker, für alle Bundesländer gebe es für solche Entscheidungen gemeinsame Rahmenbedingungen. Merkel trat dem Eindruck entgegen, dass sie den Umgang mit der Corona-Pandemie nun ganz den Bundesländern überlassen wolle.

Früherer Kiss-Gitarrist Bob Kulick mit 70 Jahren gestorben
Auch die Familie des bereits verstorbenen Kiss-Schlagzeugers Eric Carr meldete sich via Twitter mit ihren Beileidsbekundungen. Sein Bruder , der Musiker Bruce Kulick (66), gab den Tod seines älteren Bruders am Freitag auf Twitter bekannt.

Totes Kind in Kita: Neuer Verdacht gegen Erzieherin in Viersen
So soll die Frau sich mit einem Messer geritzt und dann behauptet haben, in einem Wald Opfer eines Übergriffs geworden zu sein. Vier Mal sei der Notarzt gerufen worden, weil ein Kind über Atemnot geklagt habe, berichtete ein Stadtsprecher am Donnerstag.

Eminem postet hier öffentlich seine Handynummer
Eminem hat vorgestern (25.05.) via " Twitter " eine Handynummer veröffentlicht: "Schreibt mir, ich melde mich 313-666-7440". Darüber sollten seine Fans Fragen stellen und der Rapper mit ihnen ins Gespräch kommen können.

Other news