Russland reagiert verhalten auf Trumps G7-Vorschlag | Politik

Donald Trump am 30. Mai. 2020

Doch inzwischen peilt US-Präsident Trump* für Ende Juni ein reales G7-Gipfeltreffen an. Er habe nicht das Gefühl, dass die "sehr veraltete Gruppe" der sieben großen Industriestaaten das Geschehen auf der Welt richtig abbilde, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) Journalisten auf dem Flug von Cape Canaveral nach Washington.

Er wolle Russland, Südkorea, Australien und Indien dazu einladen.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, damit würden traditionelle Verbündete zusammengebracht, um über den Umgang mit China zu diskutieren. Nachdem dies sowohl bei den Demokraten als auch bei Trumps eigener Partei, den Republikanern auf Widerstand stieß, sollte der Gipfel dann auf dem Landsitz des Präsidenten in Camp David stattfinden.

Im März hatte die US-Regierung den Gipfel dann wegen der Corona-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte allerdings erst am Samstag deutlich gemacht, dass sie wegen der Corona-Krise voraussichtlich nicht für einen G7-Gipfel in die USA fliegen würde.

Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß: "Wir warten auf die weiteren Informationen durch die USA, die ja Gastgeber sind", sagte ein Regierungssprecher am Sonntag in Berlin.

Aktuell gehören der G7-Gruppe die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien an. Wegen der Annexion der Krim durch Moskau 2014 gibt es das G8-Format mit Russland nicht mehr. Beim jüngsten G7-Gipfel in Frankreich im vergangenen August war Trump mit seinem Vorschlag gescheitert, Russland wieder in die Gruppe wichtiger Wirtschaftsmächte aufzunehmen. Russland ist - anders als die anderen Länder, die Trump einladen möchte - kein traditioneller Verbündeter der Vereinigten Staaten. Ob Trump die Gruppe dauerhaft erweitern will, war zunächst unklar. Wegen der Coronavirus-Pandemie könne die Kanzlerin eine Reise Ende Juni nach Washington nicht zusagen.

Australien würde eine Einladung begrüßen. Zugleich hatte er nicht ausgeschlossen, Putin zu dem Gipfel in die USA einzuladen. Nun hat sich der Republikaner mit dem nächsten heiklen Manöver vorgewagt - er lädt zu einem physischen G7-Gipfel. Kürzlich hatte Trump sich dann doch wieder dafür ausgesprochen, das Treffen stattfinden zu lassen.

Um das diesjährige Treffen in den USA hatte es zuvor schon einiges Hin und Her gegeben. Seinerzeit war noch Barack Obama US-Präsident. Russland sei bereit zu beliebigen Formaten des Dialogs, aber nur auf Augenhöhe mit anderen Teilnehmern, sagte der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow am Sonntag der Agentur Interfax. Bei der US-Initiative fehlten China und andere Länder. Trump bezeichnete das neue Format aber als "G10 oder G11". Deshalb bevorzugt Russland das G20-Format der führenden Industrienationen und Schwellenländer.

Theater, Kino und Freibäder: Das hört sich nach Freizeitspaß an und genau der wird ab Juni wieder mit einigen Einschränkungen möglich sein, denn nach Pfingsten ändern sich einige Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erneut. Derzeit nehmen die Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik wieder zu. Trump wird vorgeworfen, das neuartige Coronavirus unterschätzt und unzureichend reagiert zu haben.

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