US-Metropolen erleben fünfte Krawallnacht in Folge nach George Floyds Tod - Ausland

Cory Palka Kommandeur des Los Angeles Police Department steht während eines Protests zwischen mehreren zerstörten in Flammen stehenden Polizeiautos

Der Sender CNN berichtete, dass Sicherheitskräfte Demonstranten unter anderem mit Tränengas zurückgedrängt hätten. Stattdessen habe der 46-Jährige an Gesundheitsproblemen gelitten, die in Verbindung mit der Festsetzung und möglichen Rauschmitteln im Blut vermutlich zum Tod geführt hätten.

Demonstranten halten Plakat auf einem Bürgersteig gegenüber des Hauses des Polizeibeamten Derek Chauvin, der minutenlang auf dem Genick von George Floyd kniete. Er könne nicht mehr atmen: "I can't breathe" sagte er mehrmals bevor er das Bewusstsein verlor und dann wenig später verstarb.

In zahlreichen US-Metropolen galten Ausgangssperren, darunter Los Angeles, Atlanta und Philadelphia. Bürgermeister Eric Garcetti sagte, die Maßnahme sei notwendig, um "den Frieden wiederherzustellen".

In der US-Stadt Minneapolis gehen nach dem Tod eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz die Proteste auf den Straßen weiter. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Läden in Los Angeles geplündert wurden. Auch vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich am Freitag Demonstranten. Ein schwarzer Demonstrant trug ein Schild mit der Aufschrift: "Bin ich der Nächste?" Demonstranten skandierten George Floyds Namen.

Fernsehbilder zeigten, wie Demonstranten in der Stadt auf einer Schnellstraße marschierten. Angesichts der eskalierenden Proteste kündigte Walz außerdem an, die Nationalgarde seines Bundesstaates vollständig zu mobilisieren. Der Sender CNN zeigte am Freitagabend (Ortszeit) Bilder von Ausschreitungen in Atlanta (Georgia) vor dem Hauptquartier des Senders. In Minneapolis, wo Floyd am Montag ums Leben kam, gingen viele Menschen trotz Ausgangssperre die vierte Nacht in Folge auf die Straße.

Eine Demonstrantin hält während eines Protests auf der Brooklyn Bridge ein Plakat mit der Aufschrift

Und der Gouverneur von Minnesota, in dem Minneapolis liegt, Tim Walz, erklärte im Gegensatz dazu unter Hinweis auf Ermittlungen, die Gewalt werde von rivalisierenden Drogengangs, weißen Rassisten und Anarchisten angeheizt. Wegen der Proteste hatte Walz am Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Nationalgarde des Bundesstaates mobilisiert.

Die Garde teilte mit, rund 2500 der insgesamt bis zu 10.000 mobilisierten Soldaten würden in der Nacht zum Sonntag eingesetzt, um in Minneapolis und Umgebung für Ordnung zu sorgen. Die anderen Soldaten stünden für die kommenden Tage bereit. Nun hat die Polizei von Minneapolis einen der beteiligten Beamten angeklagt.

Der Republikaner Trump warf gewaltsamen Demonstranten vor, das Gedenken an George Floyd zu entehren. "Im gegenwärtigen Moment, in so einer unberechenbaren Lage, ist alles, was wir tun, um weiteres Öl ins Feuer zu gießen, wirklich, wirklich eine große Herausforderung", sagte Walz. "Meine Regierung wird die Mob-Gewalt stoppen". "Heilung statt Hass und Gerechtigkeit statt Chaos sind der Auftrag, den es zu erfüllen gilt".

Nach Angaben der Behörden kam es bei den Unruhen in Minneapolis zu einer unbekannten Zahl von Festnahmen. Justizminister Bill Barr sagte unterdessen in einer Fernsehansprache, "gewalttätige radikale Elemente" hätten die zunächst friedlichen Proteste nach Floyds Tod ausgenutzt. Beweise dafür legte auch er nicht vor.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, verurteilte ebenfalls die Gewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten in seinem Land, zugleich betonte er aber das Recht auf Demonstrationen gegen Polizeigewalt.

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