Lkw rast in Demo, brennende Autos: Proteste in den USA gehen weiter!

Bild zu Nach der Tötung von George Floyd- Los Angeles

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis wird einer der Beteiligten wegen "Mord dritten Grades" angeklagt.

Mindestens 15 der 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington mobilisierten die Nationalgarde, wie unter anderem CNN berichtete.

In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, wo Floyd am Montag nach dem Einsatz gestorben war, drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Tränengas zurück.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, verurteilte ebenfalls die Gewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten in seinem Land, zugleich betonte er aber das Recht auf Demonstrationen gegen Polizeigewalt. Etwa 170 Geschäfte seien allein in Minneapolis ausgeraubt worden, sagte der Bürgermeister Jacob Frey dem Sender CNN. Alle großen Einfallsstraßen nach Minneapolis waren am Samstagabend geschlossen, Militärhubschrauber flogen über der Stadt.

Der Protest vor dem Weißen Haus am Freitagnachmittag war vergleichsweise klein und harmlos: Demonstranten warfen einige Behelfszäune aus Metall um, die rund 30 Meter vor dem Zaun des Weißen Hauses Passanten zurückhalten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde. Ein Polizeibeamter hatte sein Knie minutenlang in den Nacken des am Boden liegenden Mannes gedrückt hatte. An vielen Orten gab es Unruhen und auch Plünderungen. In den letzten zwei Minuten und 53 Sekunden habe Floyd keine Lebenszeichen mehr gezeigt. Polizisten müssten auf Basis ihrer Ausbildung wissen, dass diese Art des Festhaltens eines Verdächtigen grundsätzlich gefährlich sei. Der 46-Jährige habe unter anderen gesundheitlichen Problemen gelitten, die gemeinsam mit der Festsetzung und möglichen Rauschmitteln in seinem Blut vermutlich zu seinem Tod geführt hätten. Mittlerweile wurde der Beamte festgenommen, der Vorwurf lautet Totschlag und fahrlässige Tötung. Ihm drohen nach den Gesetzen in Minnesota insgesamt bis zu 35 Jahre Haft.

Nach Trump gab auch US-Justizminister William Barr linken Gruppierungen die Schuld. Er sei zuversichtlich, dass der Gerechtigkeit im Fall Floyd Genüge getan werde.

Trotz der seit Samstag verhängten Ausgangssperren ist es in zahlreichen US-Städten erneut zu friedlichen Protesten und später auch zu Gewaltausbrüchen und Plünderungen gekommen: in Atlanta, Los Angeles, Philadelphia, Denver, Cincinnati, Portland, Chicago, Seattle, Salt Lake City, Cleveland und Dallas wurden teilweise Polizeiautos angegriffen und in Brand gesetzt, Fensterscheiben eingeschlagen und Geschäfte geplündert.

US-Präsident Donald Trump machte unterdessen linksradikale Gruppen für die Unruhen verantwortlich. Ein Video des Vorfalls hatte Entsetzen ausgelöst. Aus dieser Sicht ist die amerikanische Gesellschaft wie eine Limonadenflasche, die zu oft geschüttelt wurde - irgendwann muss der Druck sich entladen und dann schäumt es über. Wegen der Proteste hatte Walz erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Nationalgarde des Bundesstaates mobilisiert. Inzwischen wurden auch in anderen Metropolen Ausgangssperren verhängt. Bei den Protesten in Washington am Freitag und Samstag gab es Festnahmen. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab. Man könne nicht erlauben, dass die Lage weiter in "Anarchie und Chaos" abgleite, sagte der Präsident. Er sprach von einer "furchtbaren, furchtbaren Situation".

Trump hatte zuvor für eine Kontroverse gesorgt, als er auf Twitter mitteilte: "Habe gerade mit Gouverneur Tim Walz gesprochen und ihm gesagt, dass das Militär ganz an seiner Seite steht". Seine Aussage, die Twitter als gewaltverherrlichend markierte, hatte für Furore gesorgt.

Mit seinem Satz zu möglichen Schüssen auf Plünderer zitierte Trump einen Satz von 1967, mit dem der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt hatte. Garcetti sagte: "Wir können unsere Pflicht nicht erfüllen, Menschenleben zu schützen, wenn Menschen plündern".

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