Petition gegen Mickie Krauses Donaulied: "Verharmlosung einer Vergewaltigung"

Feiern im Bierzelt

Ein "Vergewaltigungslied" sei es, weshalb es nicht mehr auf der Passauer Dult gespielt werden solle - deshalb schrieb ihre Gruppe sogar an Oberbürgermeister Jürgen Dupper. Der Song beschreibt die Vergewaltigung eines am Ufer schlafenden Mädchens und wird in Bierzelten und von Ballermannstar Mickie Krause gesungen.

"Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala, Sie hörte das rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala" oder auch "Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala, Für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala" heißt es in dem Lied, von dem auch Ballermann-Sänger Mickie Krause eine - abgemilderte - Version aufgenommen hat.

Mit einer Petition gegen das sogenannte Donaulied hat Corinna Schütz, eine Studentin aus Passau, eine Diskussion um Sexismus in Bierzelten angestoßen. Für diesen Standpunkt erntet sie viel Zuspruch: Bislang haben schon etwa 10.300 Personen die Petition unterzeichnet. Das Feedback auf ihre Petition sei zum allergrößten Teil positiv.

Mit der Petition wolle die Studentin kein Verbot des Donauliedes erwirken, wie sie klarstellte. "Sprache formt das Denken". Es werde Vergewaltigung verharmlost. Samstagnachmittag hatten bereits mehr als 17.000 Unterstützer*innen unterschrieben. Ihre ausländischen Mitstudenten gegenüber müsse sie sich rechtfertigen, "warum wir so etwas noch singen".

Den Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl ärgert besonders ein Kommentar des stellvertretenden Passauer Landrates Hans Koller (CSU) zu dem Lied. In einem offenen Brief fragte Schuberl den CSU-Politiker: "Darf ich das so werten, dass Du die Verherrlichung und das Besingen einer Vergewaltigung gutheißt?" Das habe er zum Ausdruck bringen wollen. Sie sei zwar keine Traditionsfeindin, aber beim Feiern auf der Bierbank wolle sie sich das nicht anhören müssen. Dass es in der Gegenwart bei Party- oder Festkontexten immer wieder zu solchen Straftaten komme, sollte nicht ausgeblendet werden.

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