Facebook-Mitarbeiter kündigen wegen Zuckerbergs Umgang mit Trump

Mark Zuckerberg

"Wir waren immer darüber besorgt, dass Twitter und Facebook uns offline nehmen könnten, und das dient als Back-up", sagte Kampagnenmanager Brad Parscale gegenüber Reuters. Jetzt rebellieren Mitarbeiter des sozialen Netzwerks.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor Mitarbeitern seine Entscheidung verteidigt, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen. Andere Mitarbeiter drohten mit Kündigungen. Auch Gewaltverherrlichung sei laut Zuckerberg nicht erkennbar, heißt es in dem Bericht der New York Times. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Schwarzen George Floyd durch Polizeigewalt. Der Satz ist ein historisch belastetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt. "Ich bin ein Facebook-Mitarbeiter, der überhaupt nicht mit der Entscheidung von Mark einverstanden ist, nichts gegen Trumps jüngste Beiträge zu unternehmen, die ganz klar Gewalt anheizen", hielt etwa Produktdesigner Jason Stirman fest.

In Reaktion auf den Streik seiner Mitarbeiter hat Zuckerberg die wöchentliche Konferenz mit seinen Angestellten von Donnerstag auf Dienstag vorgezogen. "Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat".

Zwar ist die Zahl der Facebook-Mitarbeiter, die sich öffentlich beschweren, absolut gesehen gering - aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 45.000 Menschen -, aber sie ist ein seltenes, nach außen ersichtliches Zeichen der Unzufriedenheit mit der Führung von Zuckerberg, der 57,9 Prozent der Stimmrechte im Vorstand von Facebook kontrolliert. Gemäß dieser Regelung, Teil eines Gesetzes von 1996, werden Onlinedienste nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte wie Kommentare und Videos haftbar gemacht. "Hassrede sollte niemals mit Redefreiheit verglichen werden".

Der Entwickler Owen Anderson schrieb am Sonntag auf Twitter, er sei stolz, bekanntzugeben, dass er ab dem Abend kein Facebook-Angestellter mehr sei. Er schrieb: "Ich stimme mit Marks Einstellung nicht überein und werde mich dafür einsetzen, dass sich etwas ändert". Eine Facebook-Sprecherin sagte der "New York Times", man ermutige die Mitarbeiter, sich offen zu äußern, wenn sie nicht mit der Firmenführung einer Meinung sind.

"Mark liegt falsch - und ich werde so laut wie möglich versuchen, ihn umzustimmen", schrieb etwa Ryan Freitas, der für das Produktdesign bei Facebooks Newsfeed zuständig ist auf Twitter. Und in einem Fall verkündete ein zukünftiger Mitarbeiter, dass er die versprochene Stelle bei Facebook wegen Zuckerbergs Reaktionen doch nicht antreten werde.

Trump erklärte später zu seinem Beitrag, er habe lediglich darauf hinweisen wollen, dass bei Plünderungen auch Schüsse fallen könnten, der historische Kontext sei ihm nicht bekannt gewesen. Am Freitag schrieb er auf seiner Facebook-Seite, er habe den ganzen Tag mit sich gekämpft, wie er mit Trumps Äußerungen umgehen solle, und er selbst habe "eine tiefsitzende negative Reaktion auf diese Art von spalterische und aufrührerische Rhetorik".

Auch die "Gemeinschaftsstandards" von Facebook räumen dem Netzwerks das Löschen von Inhalten wegen Gewalt und Anstiftung zu Gewalt ein. "Wir haben den Post als Warnung vor staatlichem Handeln gelesen und wir denken, dass die Leute wissen sollten, wenn die Regierung plant, das Militär einzusetzen".

Zugleich sei ihm bewusst, dass viele unglücklich darüber seien, dass die Äußerung Trumps auf der Plattform geblieben sei. Vielmehr sei man der Ansicht, "dass ein Post gelöscht werden sollte, wenn er Gewalt verherrlicht, egal ob er einen Nachrichtenwert hat und auch wenn er von einem Politiker stammt". Zuckerberg rechtfertigte diesen Schritt damit, dass Facebook für freie Meinungsäußerung stehe.

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